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Blinde im Sport – Torball

Torball- ein Spiel für Blinde

Trotz der Einschränkung durch Blindheit verspüren viele Blinde den Drang sich sportlich zu betätigen. Das die Möglichkeit für Blinde sich sportlich zu beteiligen eingeschränkt sind, liegt klar auf der Hand. Jedoch gibt es auch für Blinde mit dem Torball die Gelegenheit sich in einer mannschaftlichen Disziplin gegeneinander zu messen.

Spielregeln des Torball

Auf einem 16 mal 9m großen Spielfeld sind pro Mannschaft drei Spieler aufgestellt. Gespielt wird Torball mit einem Fußball ähnlichem Ball der durch kleine Glocken im Inneren des Balls modifiziert ist. Ziel des Spiels ist es den Ball an den drei gegenüberliegenden Spielern vorbei ins Tor zu kriegen. Ein Hindernis stellen jedoch drei Schnüre in der Mitte des Spielfelds mit einem Abstand von einem Meter sowie einer Höhe von 40cm und daran befestigten Glocken dar. Der Ball darf beim Überqueren des Spielfelds die Schnüre nicht berühren, weil dieses sonst als Foul gewertet wird. Zur Orientierung der Spieler im Spielfeld dienen drei Matten welche die Blinden ertasten können. Ebenfalls sollen die Matten die Spieler beim Hinwerfen vor Verletzungen schützen. Da bei dem Spiel Torball, nicht nur Menschen mit vollständiger Blindheit sondern auch Teilerblindete sowie Sehende teilnehmen, erhalten aus Fairnessgründen alle Spieler im Torball eine Augenbinde, um für die gleichen Gegebenheiten zu sorgen.

Torball in Braunschweig

Dieses spaßige Spiel namens Torball wird auch von braunschweiger Blinden erfolgreich praktiziert. In den Hallen der Helene-Engelbrecht-Schule treffen sich jeden Mittwoch mehrere Spieler mit eingeschränkter Sicht. In den vergangenen Jahren konnte sich die Mannschaft in Norddeutschen Turnieren stets erfolgreich beweisen.

Torball gibt es in verschiedenen lokalen und bundesweiten, sowie auch internationalen Turnieren. Zu einer paralympischen Disziplin hat es auf Grund der Ähnlichkeit zu dem Goalball jedoch nicht geschafft.

Was von außen betrachtet vielleicht als einfache Sportart anmutet, stellt sich erst bei eigenem Ausprobieren als komplizierter dar. Neben der Orientierungslosigkeit der eigenen Person und des Balles stellt sich auch die Geschwindigkeit des Spiels als schwerer heraus als erwartet. So war ich in einem Testspiel mehr damit beschäftigt auf mich zu konzentrieren als meinen Mannschaftskollegen eine Stütze zu sein.

Als freiwillig engagierter Helfer hole ich die Sportler von zuhause ab, unterstütze das Spiel beim Aufbau und Ablauf und fahre im Anschluss die Spieler wieder nachhause.

Igor


Torball in Aktion

Dieser Artikel ist im Rahmen des Service Learning Seminars entstanden. Wir kombinieren die Vertiefung theoretischer Konzepte (learning) mit deren Umsetzung und dem Grundsatz dabei gesellschaftliche Funktionen kennenzulernen (service).

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