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wi² Blog – Wirtschaftsinformatik & Informationsmanagement

“Blogs sind die neuen Websites”

“Was meint Ihr denn mit dieser flotten These?”, so fragen uns immer mehr Menschen und Kreisklassenfußballer. Nun, sagen wir dann, und machen das Kaminfeuer an, reden wir zum Beispiel über uns: Dieses Blog ist die Startseite unserer Instituts-Website, also unsere Homepage – für Studenten, die Hochschulöffentlichkeit, Wissenschaftler, Freunde und Kollegen und nicht zuletzt unsere Praxispartner.

Unser Anspruch ist, dass die Nutzer auf dieser ersten Seite durch die Schlagwortwolke und die Artikel einen aktuellen und relevanten Überblick darüber bekommen, was im Moment gerade unsere Themen, Termine, Projekte, Forschungen und Seminare ausmacht. Plus Fotos, kleine Filme und feuilletonistische Einwürfe. Daneben finden sich links, in der “klassischen” Navigation, weiterführende und permanente Inhalte zu Lehre, Forschung, Team etc.

Das Ganze nicht im amtlichen Verlautbarungston oder als PR-Geschwurbel, sondern gerne auch unterhaltsam und, ähem, popfußballfeuilletonistisch… Aber nur, wenn es sein muss!

Unser Blog ist also unsere Website, auf der wir möglichst täglich unsere Themen in chronologischer Reihenfolge veröffentlichen und “Kommunkationsanlässe” schaffen – möglichst vom Nutzer her “gedacht”  und von “starken” Inhalten getrieben.

Nun ja, diesen Anspruch lösen wir hier nicht jeden Tag ein, schon klar, aber wir versuchen es… Und mit diesem wunderschönen Kalenderspruch entlasse ich Sie in Ihre Freitagabend-Party und gebe zurück in die angeschlossenen Funkhäuser. Prost.

Kommentare

  1. Und alle: “Wir haben ein knallgrünes Wikiblog, in diesem Wikiblog sind wir zuhaus’! …”

    Von Patrick Helmholz am 6. Februar 2009 um 18:06 Uhr
  2. Finde ich eine interassante These. Gerade in Zeiten, in denen sich große Firmen und Institutionen mit Bloggern anlegen (DFB gg. Jens Weinreich oder Deutsche Bahn gg. Markus Beckedahl) werden Blogs in der Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen. Allerdings muss beachtet werden: was soll mit einer Website erreicht werden? Informieren, Unterhalten oder Verkaufen?

    Die These mag daher in vielen Fällen stimmen. Aber würde es auch für Amazon Sinn machen?

    Ihre Meinung ist gefragt.

    Von Markus Weinmann am 6. Februar 2009 um 19:09 Uhr
  3. Unter “Blogs sind die neuen Websites” verstehe ich weniger die zehntausend-und-eine privaten Blogseiten, die niemand kennt, sondern vielmehr, dass vorhandene Websites durch die Einbettung eines Blogs auf eine ganz neue Ebene der Kommunikation, des ermöglichten Feedbacks und der gesammelten Informationen gehoben werden.

    Von Ingo Goldbeck am 6. Februar 2009 um 19:34 Uhr
  4. Eine – für mich – sehr nachvollziehbare Sicht.
    Es ist mittlerweile relativ einfach geworden einen solchen Blog zu realisieren, technisch als auch visuell.
    Ich kenne nicht wenige, die zunächst einen Blog in ihre Webseite eingebettet hatten und wenige Monate darauf schon die Webseite in den Blog / das Menü (das ist noch etwas weitergehend, als sie es beschrieben haben).

    Was Suchen, Feeds, Aktualität, Feedback, Darstellung, Auftreten angeht ist der Webauftritt so leicht dynamisch und intuitiver geworden, da sich das System zunehmend durchzusetzen scheint.

    Ein – wie ich finde – angenehmer Prozess, da die Webseitenselektion bzgl. Inhalten etc. leichter fällt.
    Ich möchte jedoch anmerken, dass diese Sicht nur für Webauftritte von Personen oder ggf. Unternehmen etc. gilt. Für Portale oder große Plattformen geht das zu weit und wäre ein Schritt in die falsche Richtung.

  5. Ja, Ingo und Tobias, ich spreche von Coroprate Websites, also den Selbstdarstellungen von Unternehmen (mit ihren Marken und Produkten) im Netz.

    Ich glaube auch, dass sich Unternehmen einfach nicht mehr darauf beschränken können, bunte PR-Broschüren ins Netz zu stellen. Wenn ich zum Beispiel auf der Seite einer Bank bin, dann möchte ich wissen, was da heute gerade los ist, mitten in der weltweiten Finanzkrise. Und nicht zum Einstieg das “Mission Statement” oder eine Abhandlung über die Erfolge der letzen 60 Jahre serviert bekommen. Einen Klick weiter im Netz kann ich dann lesen, dass diese Bank gerade abschmiert oder verstaatlicht wird… Na, toll.

    Ich glaube einfach, dass die Unternehmen mit so einer “Nicht-Kommunikation” nicht mehr lange durchkommen werden. Wenn Unternehmen die aktuellen und relevanten Diskussionen nicht auf ihre Website ( = ihren Blog) ziehen, dann findet diese Diskussion eben an einem andere Ort statt – und zwar ohne das Unternehmen. (Diese Überlegungen leiten uns ja auch beim Sagsuns-Projekt für die TU).

    In den nächsten Jahren wird sich auch die Optik von Corporate Websites immer stärker dieser webzwonulligen Blog-Ästhetik annähern, mit Tagclouds, Archiv etc. Dann wird das als der ganz normale “Look” einer Website empfunden werden. Dann wird eine Seite ohne Kommentar- oder Versenden-Funktion auch für den Durchschnitts-User als “unnormal” gelten. Da bin ich mir ziemlich sicher, ja…!

  6. Na sicher wird das kommen, dass die interaktive und spannende und nicht mehr nur Werbe- sondern Kooperationsplattform der Internetauftritt eines Unternehmens wird.

    Bis dahin ist allerdings noch ein Stückchen zu gehen. Und zwar z. B. auf dem Weg zwischen Aktualität und Relevanz. Natürlich ist der Blog aktuell und spannend. Aber ist es wirklich so, dass der Besucher schnell genau die Informationen finden kann, die für ihn relevant sind? Das ist halt von Website zu Website unterschiedlich. Und damit sind wir wieder, wie Markus es auch angesprochen hat, beim unterschiedlichen Auftrag einer Website. Bei uns läuft das unter “Website-Faces”. Soll die Website vor allem unterhalten und über Neues informieren? Blog. Und zwar an vorderster Front. Soll die Website verkaufen? Naja, vielleicht Blog in zweiter Reihe?

    Doch ganz egal, Websites werden und müssen sich ändern. Vieles muss dabei theoretisch/empirisch geforscht werden, und vieles muss man einfach lernen – so wie auch wi²!

    Von Susanne Robra-Bissantz am 7. Februar 2009 um 10:00 Uhr
  7. Ist es nicht komisch, dass die meisten Unternehmen, die einen Blog einsetzen wollen immer wieder zwei Einwände vorbringen:
    Erstens: Ist es nicht gefährlich, Ruf schädigend oder kann es uns nicht sogar in den Bankrott treiben, wenn unsere Kunden sich öffentlich in unsere Kommunikation einmischen dürfen?
    Zweitens: Also wir haben da ja schon mal so etwas in der Art eingesetzt, aber leider hat sich niemand daran beteiligt, bis auf ein Einziger, der offensichtlich ein Spamer oder vereinsamter Blogger war.
    Interessanterweise können Blogs aber nur rocken, wenn sich viele daran beteiligen und eine öffentliche Kommunikation angeregt wird. Wie also mache ich Kunden e-ready Blogs mit sinnvollen Beiträgen zu beleben und Unternehmen e-ready ihre Angst vor bösen aktiven Blogschreibern bzw. Nichtschreibern los zu werden?

    Von Yvonne Gaedke am 8. Februar 2009 um 18:46 Uhr
  8. Ja, Susanne, es kommt auf die Website-Faces an. Und die “Situationen” (dazu habt Ihr ja gerade einen schönen Aufsatz geschrieben, darf man hier ja auch mal sagen…).
    Auch eine Website, die “nur” den Auftrag hat, den Corporate Content eines Unternehmens darzustellen (ohne weitere Verkaufsabsichten), muss meine situativen User-Bedürfnisse “erkennen”, irgendwie. Und das ist eigentlich nie der Lebenslauf des Vorstandsvorsitzenden auf drei Seiten.

    Markus, sehr treffendes Beispiel mit der Bahn! Die rasend schnellen Reaktionen auf die gestrige Abmahnung von netzpolitik.org durch die Bahn AG hat auch die Bedeutung von Microblogs wie Twitter bewiesen, wir haben das ja “live” verfolgen können. Innerhalb weniger Stunden ist das Thema aus Twitter in die “klassischen” Online-Medien geschwappt, bis es dann auch Tagesschau und Zeitungen erreichte.

    Und dazu brauchen wir e-readyness, ja Yvonne, ich unterschreibe jedes Wort! Und die Webpatterns. Und davon hören wir dann ja von Markus und Yvonne hoffentlich im Juni mehr, an der Algarve, oder…!

  9. Ach so, und um das noch mal als flotte Ergänzungsthese nachzuschieben:

    Blogs sind die neuen Websites. Und Twittern ist das neue Bloggen.

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