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wi² Blog – Wirtschaftsinformatik & Informationsmanagement

Das Web als Chance für die direkte Demokratie?

Deutschland 2029 – Gelebte Demokratie mit der Direktwahl

Im Rahmen der Veranstaltung Informations- und Kommunikationsmanagement in der Webgesellschaft haben wir, die Gruppe “Web und Demokratie”, uns etwa 20 Jahre in die Zukunft versetzt und dort eine webbasierte direkte Demokratie eingeführt.

Wegbereiter waren neben den wachsenden technischen Möglichkeiten zur anonymen digitalen Wahl auch das Scheitern der repräsentativen Demokratie. In dem von uns erdachten System wird die „Wisdom of the crowds“ (also die Weisheit der Vielen) benutzt, um die aktuellen gesellschaftsrelevanten Probleme zu erörtern und mögliche Handlungsalternativen zu bestimmen. Außerdem werden auch die möglichen Auswirkungen dieser Handlungen abgeschätzt und während der anschließenden Wahl miteinander vernetzt. Hier lässt sich deutlich der Trend zum Web 3.0, dem semantischen Web, ablesen.

Doch seht nun wie es überhaupt soweit kommen konnte. Hier ist unser Video auf YouTube!

Was denkt Ihr – ist unser Szenario realistisch und was haltet ihr von unserem Direktwahlsytem?

Kommentare

  1. Ich finde, dass es gar nicht so schlecht wäre, auch mal ein paar Direktwahlen von den Bürgern durchführen zu lassen. Und dafür eignet sich natürlich das Internet besonders gut, da es viele Menschen erreicht. Jedoch ist hierbei schon der erste Punkt, der ein Problem darstellt: Zwar sind viele Menschen online, aber eben nicht alle.

    Meiner Meinung nach sollten auch nicht alle Entscheidungen von den Bürgern alleine getragen werden. Eine gute Mischung würde hier gut zum Tragen kommen. Eine weitere Möglichkeit wäre auch, dass die Umfragen nur den Politikern als ungefähre Richtlinie dienen. So hätten zum Beispiel CDU und FDP voraussehen können, dass eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken zu einer Wahlniederlage ein paar Monate später führen wird. Dem entsprechend würde vielleicht das dauernde “Ich bin Regierung und du bist Opposition, also sage ich genau das Gegenteil von dir!” aufhören und stattdessen endlich mal Kompromisse beschlossen werden. Das würde den Bürgern auf alle Fälle zu gute kommen.

    Von Florian N. am 19. Juli 2011 um 20:13 Uhr
  2. Hier übrigens noch die Ergebnisse der live in der Veranstaltung durchgeführten Befragung basierend auf einem von uns für diesen Zweck entwickelten nahezu-anonymen, webbasierten Abstimmungstool:

    Es nahmen 23 Personen Teil (Wer hatte denn da seine Finger im Spiel?)
    12 (52.17%) stimmten für Vorschlag 1, eine Ausweitung der regenerativen Energien
    17 (73.91%) stimmten für Vorschlag 2, die kostenlosen Kindergartenplätze

    Wichtig ist sicher eine zeitnahe und möglichst umfangreiche Veröffentlichung der Daten im Ernstfall. In der Veranstaltung konnten alle Teilnehmer live über den Beamer oder auf ihren eigenen Geräten die Entwicklung der Ergebnisse und auch die daraus resultierenden Folgen beobachten. Dieser Kommentar zeugt allerdings nicht von genügender Informationspolitik.

    Bits&Bytes:
    Bereits kurz nach Freigabe der Online-Wahl wurde diese aus China mit Log-Poisoning und diversen anderen relativ anspruchslosen Techniken angegriffen. Während der Versuch in diesem Fall aufgrund der offensichtlichen Erfolglosigkeit maximal lustig zu sehen war, zeigt es natürlich, dass gerade webbasierte Systeme dieser Art entsprechend geschützt werden müssen. Sonst nehmen am Ende Personen teil, die eigentlich gar nicht befragt wurden.

    Jemand ließ die Ergebnisseite noch für einige Stunden auf seinem Gerät geöffnet, sodass es munter weiter Anfragen sendete bis ich den Dienst beendete. Aufgrund einiger Unterbrechungen lässt sich vermuten, dass das Gerät durch das lose Uni-WLAN bewegt wurde. Eine nähere Aufzeichnung erfolgte jedoch wie eingangs erwähnt nicht. (Wäre allerdings technisch möglich, Thema Bewegungsprofile) Soweit ich mich erinnere, erfolgten auch noch einige Wahlversuche nach Wahlende. Diese fallen auch in die Kategorie “netter Versuch” 🙂

    Von Gerrit Geisler am 22. August 2011 um 17:46 Uhr
  3. Danke für diese Ergänzung…!

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