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wi² Blog – Wirtschaftsinformatik & Informationsmanagement

Datenschutz im Web 2.0

Im Web 2.0 gestalten die Benutzer das Web. Sie schreiben Texte und Nachrichten und vervollständigen ihre Profile. Immer wenn persönliche Daten gespeichert werden, sollte klar geregelt sein, was damit passiert. Gerade für die Profile sind solche Richtlinien besonders wichtig, aber sie gelten genauso für private Nachrichten zwischen Benutzern und die Frage über die Weiterverwendung zu personalisiertem Marketing.

Mit Sag’s uns! ist gerade eine Plattform in der Mache, bei der der Datenschutz eine große Rolle spielt. Wir haben uns Gedanken zu anonymen Beiträgen und zum Schutz vor Manipulationen bei Abstimmungen gemacht.

Ich habe vor kurzem mit Prof. Dr. Michael Wettern gesprochen. Er ist der Datenschutzbeauftragte der TU Braunschweig und kümmert sich darum, dass Institute verantwortungsvoll mit anvertrauten Daten umgehen und berät sie auf Wunsch.

Ein kleine Zusammenfassung zum Datenschutz im Web 2.0, doch zunächst: Nein, keine Werbung unseres Sponsors, sondern eines dieser hochmodernen Disclaimer: Dies ist keine Rechtsberatung.

Also, es kann losgehen:

  • Die Benutzer sollten über Art der gespeicherten Daten und Dauer und Grund der Speicherung informiert werden.
  • Es sollten nur die unbedingt benötigten Daten erfragt und gespeichert werden.
  • Die Daten sollten nur intern verwendet und nicht an Dritte weitergegeben werden.
  • Die Daten sollten gelöscht werden, wenn sie nicht mehr benötigt werden.
  • Die Zustimmung des Benutzers ist für Nutzung des Dienstes erforderlich. Er stimmt den Bedingungen zu, indem er seine Daten eingibt oder den Bestimmungen explizit (z.B. durch Setzen eines Häkchens) zustimmt.
  • Die Eingabe der Daten ist freiwillig und sollte jederzeit abgebrochen werden können.
  • Die Eingaben sollten jederzeit korrigiert werden können, z.B. indem der Benutzer zur vorigen Seite zurückkehrt.
  • Wünschenswert ist eine übersichtliche Darstellung bevor die Daten tatsächlich abgesendet und gespeichert werden: wie die letzte Seite vor einer Buchung im Internet.
  • Eigentlich selbstverständlich, aber leider kaum praktiziert: Die Daten sollten über eine verschlüsselte Verbindung eingegeben werden.

Es hat zwei Vorteile, den Vorgang und die Auswirkungen für den Benutzer genau zu beschreiben: 1. Der Benutzer vertraut dem Betreiber einer Website. 2. Man sichert sich rechtlich ab. Aber dies ist ja keine Rechtsberatung.

Kommentare

  1. Früher gab es noch Volkszählungsboykott und “informationelle Selbstbestimmung”, heute verticken Menschen ihre Profile plus Restwürde für einen Schokoriegel… Puh!
    Vielen Dank für die luzide Übersicht, Lennard!

  2. Stets zu Diensten! Wann kann ich mir meinen belohnenden Schokoriegel abholen?

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