TU BRAUNSCHWEIG
Symbolfoto
wi² Blog – Wirtschaftsinformatik & Informationsmanagement

Der CIO im Vorstand (B-IT-A, 3)

Zum dritten Teil der studentischen Blogreihe zum Business-IT-Alignment möchten wir auf die Fragestellung eingehen, ob ein CIO ein eigenes Vorstand-Ressort zugeteilt bekommen sollte, um seinen Bereich effektiv und effizient führen zu können.

Zunächst wollen wir euch jedoch die vorhergehenden Beiträge der Blogreihe empfehlen:
#1 Ein erster Einblick in die Welt des Business IT-Alignment
#2 Strategische Ausrichtung der IT: Unternehmenstyp und Branchenkonstellation

Stellt man sich die Frage, ob ein CIO Teil des Unternehmensvorstands sein sollte, so wird man keine eindeutige Antwort finden. Denn diese Entscheidung ist von zahlreichen Rahmenbedingungen und nicht zuletzt vom Leiter der IT-Abteilung selbst abhängig.

Erste Abhilfen für die strategische Einordnung der IT innerhalb des Unternehmens können zunächst durch die Betrachtung der fundamentalen Rahmenbedingungen, wie die Unternehmensgröße, -organisation und die Geschäftsfelder, erfolgen. IT sollte hierbei einen Kernbereich der Unternehmensprozesse ausmachen, also unverzichtbar sein und eventuell sogar als „Change-Treiber“ wirken. Bei einer hohen IuK-Technologieintensität kann IT sogar als ein Produktionsfaktor gesehen werden.

Nicht nur die Technologie sondern auch die Person des CIO ist mit hohen Anforderungen verbunden. So sollte diese einen Überblick über den dynamischen Markt mit Hard- und Software haben, adäquate Bewertungen hinsichtlich des Nutzens für das jeweilige Unternehmen vornehmen können, sehr innovativ mit neuen IuK-Technologien umgehen können und ständig auf der Suche nach einer Prozessverbesserung  durch solche Instrumente sein. Zudem hängt der Erfolg eines CIO auch von seinem Weitblick ab. Denn er muss sich sowohl mit seinem Ressort auskennen als auch die Bereiche der anderen Vorstände stets mit notwendiger IuK-Technologie versorgen. Dafür ist ein Verständnis für alle unternehmerischen Bereiche erforderlich. IT stellt hier eine wichtige Schnittstellenfunktion dar.
Ganzheitlich betrachtet sind die Anforderungen an einen CIO sogar höher als an einen der anderen Vorstände, was nicht selten dazu führt, dass IT-Leiter erst gar nicht nach der höheren Hierarchie-Ebene streben und sich mit ihrer Position unterhalb des Vorstandes begnügen.

Nichtsdestotrotz ist in Unternehmen mit spezifischen, hoch-komplexen, vernetzten IT-Systemen ein zentraler CIO im Vorstand von großem Vorteil. Außerdem wird die Bedeutung der IT insbesondere in produzierenden Unternehmen, in einem Hochlohnland wie Deutschland, immer größer. Um diesen Trend zu unterstützen und den Wirtschaftsstandort nachhaltig zu sichern, sollten viele Unternehmen diese strategische Entscheidung zur Diskussion stellen.

Alexander Eirich und Daniel Grabowski

Comments are closed