TU BRAUNSCHWEIG
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wi² Blog – Wirtschaftsinformatik & Informationsmanagement

Die kooperative Webgesellschaft gestalten

In der Webgesellschafts-Vorlesung haben wir das Web oder das “Web 2.0″ als einen Assoziationsraum für kommunikatives Handeln beschrieben, im Sinne der Actor-Network-Theorie. Dieser Wirkungsraum verändert sich, getrieben durch eine Dialektik von Vereinheitlichung und Fragmenierung in der Weltgesellschaft. Die “Große Transformation” von einer Massengesellschaft (mit Kollektivakteuren, Massenorganisationen, Massenmedien etc.) zu einem neuen Gesellschaftsmodell ist nicht unbedingt durch “das Web” ausgelöst worden, wird aber durch unser Handeln vorangetrieben, so die These.

Die Webgesellschaft wird weniger abhängig vom Öl sein, vielfältiger organisiert und eher durch eine dezentrale Kontextsteuerung autonomer Individuen geprägt sein, verknüpft durch “kooperatives Handeln”, als durch Kollektivakteure mit klaren Grenzen von Innen und Außen und eindeutigen “Interessen”.

Transformation zur Webgesellschaft?

Wir untersuchen diese “Große Transformation” (Karl Polanyi) zu einer kooperativen Webgesellschaft (weiterführende Literatur dazu hier). In der Vorlesung haben wir verschiedene Sichtweisen auf die Kooperation entworfen und verschiedene Geschichten über das Web erzählt – in den PechaKucha-Vorträgen der Studenten (20 Folien á 20 Sekunden). Unter anderem über die neuen Akteurs-Rollen im Social Web, das “Internet der Dinge“, Kooperation und Open Innovation, Mobilität und Vernetzung oder das Geschichten-Erzählen als Strategie für Unternehmen. In den nächsten Wochen werden wir noch einige weitere Ergebnisse und Quellen dazu hier veröffentlichen, unter dem Schlagwort “Webgesellschaft”.

Weitere gute Vorträge aus den letzten Semestern:

  • Transformation des Privaten im Web: Brauchen wir neue Konventionen? (hier)
  • Flüssige Demokratie – Pro und Contra (hier)
  • Ist Facebook der Auslöser der Unterstützer der Revolution? Das Beispiel Ägypten (hier)

Meine ersten Ansätze einer Theorie der Webgesellschaft hören Sie hier, eingebunden via Soundcloud (“mit Musik geht alles besser”). Eine Zusammenfassung meiner kooperativen Sicht auf  das Web hier (via Slideshare). Hier meine Überlegungen zur Umweltpolitik im Web und eine Aktionsforschung in der Wirtschaftsinformatik. Damit erweitern wir die Theorie des kommunikativen Handelns und versuchen, diese mit der gestaltungsorientierten Wirtschaftsinformatik zu verbinden.

Zur Kooperation noch einige Leseempfehlungen aus unserem Blog:

“Kooperation ist die Einstellung” (Susanne Robra-Bissantz)
http://blog.wi2-tubs.de/?p=2963

“Ich dachte mir, ich sag’s mal” (Susanne Robra-Bissantz)
http://blog.wi2-tubs.de/?p=5079

Vielen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, weiter geht’s,

Gerald Fricke

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