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Eine vernetzte Gesellschaft für die Mobilität der Zukunft

 „Dezentrale“ Mobilität der Zukunft | PechaKucha-Vortrag von S. Bortel, M. Kupferschmidt, J. Lückenga, N. Maichrowitz, M. Stief

Carsharing, On-The-Fly-Decision, Vernetzung überall. Steigt ein und begleitet uns auf eine Reise in die Mobilität der Zukunft…

Gesellschaft im Wandel und Wandel durch Gesellschaft

Deutschland denkt mehr und mehr grün, Umwelt- und Klimaschutz gewinnen zunehmend an Bedeutung. Öko ist in! Zudem ist es längst kein Geheimnis mehr, dass Städte boomen. Seit 2006 leben weltweit erstmals mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Neben die reine flächenmäßige Ausdehnung von Städten tritt die Ausbreitung städtischer Lebens- und Verhaltensweisen [BÄHR 2011]. Autos stehen in den Städten häufig ungenutzt herum. Ist das in Zeiten des innerstädtischen Flächenmangels für neue städtebauliche Entwicklungen noch vertretbar? Für uns sind Parkplätze letztlich nichts anderes als die Förderung von Ineffizienz und ein Relikt der autogerechten Stadt. Insgesamt ergeben sich durch gesellschaftlichen Wandel ganz neue Herausforderungen und Möglichkeiten für die Mobilität der Zukunft.

Die Webgesellschaft als neuer Treiber?!

Die Transformation zu einer Webgesellschaft ist bereits in vollem Gange. Das Nebeneinander vor realer und virtueller Welt wird zu einem Miteinander. Kooperation und Dezentralität sind wesentliche Merkmale einer Webgesellschaft. Auch die Webgesellschaft trägt zu neuen Möglichkeiten in der Mobilität der Zukunft bei!

Folgen für die zukünftige Mobilität

Der gesellschaftliche Wandel und die zunehmende drahtlose Vernetzung führen zu neuen Lösungen für die heutigen Mobilitätsprobleme, die sich in Zukunft zuspitzen werden. In den vergangenen beiden Jahren haben Carsharing-Angebote ihre Nutzerzahlen in Deutschland auf 700.000 verdoppelt [BCS 2013].

„1/3 der Befragten will sich (wieder) ein Auto anschaffen, wenn es kein Carsharing gäbe…“

Insgesamt gibt es aktuell 150 Anbieter, die insgesamt 14.000 Fahrzeuge zur Verfügung stellen [BCS 2014]. Mittlerweile werden neben Autos auch Fahrräder, Zugtickets, Taxis und Sitzplätze im Auto geteilt.

Sharing: Nicht nur monetärer, sondern auch sozialer Nutzen!

Hierzu vernetzen sich interessierte Bürger mittels Mitfahrzentralen.

Und auch die direkte Vernetzung von Verkehrsmitteln kann zunehmend beobachtet werden. Die Vernetzung von Fahrzeugen mit dem Internet, anderen Verkehrsteilnehmern und der umgebenden Infrastruktur wird in Zukunft einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Darüber hinaus werden Fahrangebote zunehmend intermodal geplant und genutzt werden. Dabei spielen Entwicklungen wie das „Real-Time-Ride-Sharing“ oder auch das Konzept der „On-The-Fly-Decision“ eine entscheidende Rolle [QUIXXIT 2014]. Automobilhersteller wandeln zunehmend vom Produzenten zum Systemanbieter bzw. Mobilitätsdienstleister, um diesen Trends gerecht zu werden [CANZLER/KNIE 2011].

Diskussion: Wer sind die Treiber des Wandels?

„Es fehlt an Sharing-Angeboten!“

„Kein Bedarf in Städten!“

Im Anschluss an unseren Vortrag diskutierten wir dieses Thema im Plenum, denn obwohl wir eine Vielzahl an Treiberfaktoren für neue Mobilitätskonzepte herausgearbeitet haben, stellten wir uns die Frage: Wer ist überhaupt verantwortlich für den Wandel in der Mobilität und wer nimmt aktiv daran teil? Tatsächlich konnte kein Teilnehmer der Vorlesung eine regelmäßige Nutzung von Carsharing oder sonstigen Sharing-Konzepten bestätigen. Grund hierfür seien die schlechte Stationsdichte von Carsharing in ländlichen Regionen und die starke Konkurrenz des ÖPNVs in Großstädten. Zudem begebe man sich durch Substitution des eigenen Autos mit Carsharing in eine Abhängigkeit, durch welche man an Flexibilität und Spontanität einbüße.

Bei der Frage, wer verantwortlich sei, die Zukunft der Mobilität zu ermöglichen, wurde direkt auf Großkonzerne und insbesondere die Automobilhersteller verwiesen. Diese hätten das Potential und die Marktmacht, um Veränderungen zu bewirken. Die Bedürfnisse der einzelnen Nutzer seien zwar nicht zu vernachlässigen, jedoch könnten diese ihre Meinung nur durch Nutzung/Nicht-Nutzung ausdrücken. Eine aktive Gestalter-Rolle, wie in der Webgesellschaft, ist – bis auf Ausnahmen – nur schwer einzunehmen.

Packen wir es an!

Die Mobilität der Zukunft bedeutet viel mehr als “nur” Carsharing! Sie wird smart und flexibel, in Echtzeit abrufbar und intermodal kombinierbar sein. Wir müssen weg von der Betrachtung, dass Mobilität lediglich ein Produkt oder eine Dienstleistung ist. Sie ist vielmehr eine Einstellung der Menschen und trägt zu einer Sinnstiftung bei. Es liegt nun an uns, Verantwortung zu übernehmen, Mobilitätsprobleme anzupacken und einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht!

Sebastian Bortel

Quellen:

Videos zu diesem Thema:

Kommentare

  1. Vorsicht ist ja bekanntlich die Mutter der Porzellankiste.

    Was wir mit unserem Vortrag und dem Blog-Eintrag hier verdeutlichen wollten: Carsharing ist nur ein Teil der Mobilität der Zukunft! Wesentlich wird letztlich die Vernetzung sein. Sie ist quasi der “Öffner” für alles. Nicht zu vergessen sind natürlich die Nutzer. Erst wenn sie “mitziehen”, können die von uns aufgezeigten Möglichkeiten tatsächlich so genutzt werden.

    Von Malte Kupferschmidt am 28. Juli 2014 um 15:48 Uhr

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