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Erfolg mit Business-IT-Alignment (B-IT-A, 6)

Zum sechsten und letzten Teil der studentischen Blogreihe zum Business-IT-Alignment geben wir einen Überblick darüber, welche Hauptfaktoren den Erfolg des Business-IT-Alignment bestimmen und welche Methoden es gibt, um das Alignment zusätzlich zu fördern.

Hier die vorherigen Teile dieser Reihe:

#1 Ein erster Einblick in die Welt des Business IT-Alignment
#2 Strategische Ausrichtung der IT: Unternehmenstyp und Branchenkonstellation
#3 Der CIO im Vorstand
#4 Dezentrale vs. zentrale IT-Strukturen
#5 Gibt es einen „perfekten“ Prozess von Business und IT? 

Unternehmen brauchen Konzepte zur Umsetzung von Lösungen für das Alignment von Business und IT. Aber ein nicht auf das Unternehmen angepasstes Lösungskonzept ergibt keinen Sinn, weil sich Unternehmen strategisch zu stark voneinander unterscheiden und sich die Strategie selbst innerhalb eines Unternehmens verändern kann.

Erfolgreiches Business-IT-Alignment sollte daher stets von Neuem, mit einem Konsens über die geschäftlichen Anforderungen an die IT beginnen. Dazu ist es von ganz besonderer Wichtigkeit, dass Servicekataloge in einer Sprache zusammen mit dem Kunden erstellt werden, damit sie verständlich und nachvollziehbar sind. Diese Kataloge sind eine wichtige Basis zur Erstellung von Service Level Agreements (Vereinbarung von bspw. Reaktionszeiten und Leistungsumfängen wiederkehrend angeforderter Dienstleistungen). Bei der Zusammenarbeit von IT-Dienstleister und seinem Kunden sollte daher zum Erreichen einer besseren Qualität dieser Vereinbarungen eine gemeinsame Wertebasis geschaffen werden.

Hierbei kann das Design Thinking unterstützen. Speziell das Zusammenkommen unterschiedlicher Gruppen und mit ihnen auch unterschiedlicher Disziplinen, wie es im Alignment von Business und IT der Fall ist, stehen im Fokus dieses Ansatzes. Zum Erzielen optimaler Ergebnisse, beispielsweise bei der Erstellung vertraglicher Absprachen, müssen die Parteien, bevor es an konkrete Vereinbarungen geht, zunächst bewusst die Schnittstellen ihrer unterschiedlichen Meinungen und Perspektiven, d. h. auch die Bedürfnisse und Herausforderungen des Projektes, untersuchen.

Ein weiterer wichtiger Faktor des Erfolges steckt in dem Arrangement der Unternehmensstrukturen und Prozesse. Diese müssen auf eine vollständige Erfassung und Verrechnung von Kosten ausgerichtet werden, um Erfolge messbar zu machen, vor allem aber um Business Cases kalkulierbar und somit bewertbar zu gestalten. Außerdem muss sich die IT – ungeachtet vertraglicher Konditionen – darauf konzentrieren, dass sie genau die Unternehmensbereiche stärkt, die zur Differenzierung des Unternehmens im Wettbewerb beitragen. Ein Beispiel für die Optimierung von Prozessen wäre eine Abkehr von Build-to-Order-Konzepten hin zur Standardisierung wiederkehrender Prozesse, sodass Fachabteilungen autarker agieren können.

Wir können also feststellen, dass Erfolg Regeln braucht, und zwar solche zur Verbesserung der Kommunikation beider Parteien und zur Erfassung von Ergebnissen zur besseren Steuerung nur beschränkt zur Verfügung stehender Kapazitäten der IT.

Wir bedanken uns für Euer Interesse an unserer Blogreihe und hoffen Euch einige interessante Einblicke gegeben zu haben.

Christina Exner und Chris Gernreich

Kommentare

  1. Danke für Eure Beiträge! Aber was macht denn aus Eurer Sicht tatsächlich den “Erfolg” eines Unternehmens aus? Das Unternehmen kann natürlich Umsatzziele festlegen und sich selbst daran messen. Aber was bedeutet zum Beispiel “Erfolg” im Social Web? Klickzahlen, Freunde, Fans und Favs maximieren, das Image polieren, bessere Beziehungen mit den Kunden aufbauen oder sogar die Produkte durch Zusammenarbeit mit den Nutzern verbessern? Eine langfristige Strategie bedeutet ja möglicherweise, dass im Web zunächst sehr viel investiert werden muss (mit Zeit, Geld, Schulungen, Aufmerksamkeit), und dagegen stehen dann kurzfristige Umsatzziele. Was ist hier der “erfolgreiche” Weg? Zur Definition dessen, was nachhaltigen “Erfolg” ausmacht brauchen wir eine breitere gesellschaftliche Übereinkunft, meine ich. Und hier sehe ich auch neue Aufgaben und Anforderungen an das Business IT Alignment. Oder?

  2. Erfolg im sozialen Netz mithilfe des Business-IT-Alignment ist unserer Meinung nach nur ein Aufgabengebiet von vielen. Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung bzw. Vernetzung der Arbeitswelt ist das sicherlich ein Thema das derzeit an Bedeutung gewinnt und auch weiterhin gewinnen wird. Da es allerdings um die Frage der Erfassung des Erfolges geht, ist eine konkrete Antwort – wie so oft bei der Frage nach Quantifizierung komplexer Systeme – nicht möglich. Für viele Unternehmen im Konsumgüterbereich mögen soziale Netzwerke eine gute Möglichkeit zur Erfassung des Erfolges darstellen, aber was ist mit Dienstleistern, wie Banken? Dort gibt es keine greifbaren Produkte, über die im Netz in vergleichbarer Weise geschrieben werden kann. Es hängt unserer Meinung nach also stark von der Branche und unternehmensspezifischen Gegebenheiten ab, wie stark man sich mit der Thematik befasst und wie viel man an Aufwand investieren möchte. Auch bestimmte Zielgruppen sind weniger im sozialen Netz unterwegs als andere, weil sie einen dezenteren Lebensstil haben und weniger mitteilungsbedürftig sind. Wir denken auch, dass aktives Feedback oft nur durch bestimmte Gruppen kommt, nämlich denen, die völlig in ein Produkt vernarrt sind, neben einem iPhone ein iPad, ein MacBook Air besitzen und schon auf das nächste iPhone warten. Diese Kunden sind dann auch die ersten die für eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem Unternehmen bereit stehen. Der Aufwand sich in sozialen Netzwerken aktiv zu engagieren ist meiner Meinung nach für viele einfach zu groß. Wenn wir wirklich Gefallen an etwas finden, dann ist ein Klick auf “Gefällt mir” häufig schon das höchste der Gefühle, aber das ist natürlich rein subjektiv. Bezogen auf das Business-IT-Alignment stellen wir uns vor, dass Mitarbeiter, statt nur Kunden, direkt über soziale Netzwerke mit dem Unternehmen über Produkte kommunizieren. Das muss und sollte vielleicht auch nicht gänzlich öffentlich geschehen, aber die bessere Anonymität könnte den Vorteil haben, dass Mitarbeiter Produkte und Prozesse, die sie ja als Interne völlig anders beurteilen können, auch ganz anders kritisieren und dass diese offene und qualitativ hochwertige Kritik für ein Unternehmen sehr wertvoll sein könnte. Wir könnten uns vorstellen, dass die Scheu vor direkter Konfrontation für viele Mitarbeiter zu groß ist. In unserem Beitrag ging es allerdings viel allgemeiner um den Kern des Business-IT-Alignment, nämlich die Notwendigkeit IT und Geschäft aufeinander auszurichten (IT im Sinne der IT-Abteilung und Geschäft im Sinne diverser Fachabteilungen). Dabei ist das vorgestellte Konzept (oder die Methode) des Design-Thinking-Ansatzes eine von vielen Möglichkeiten zur Umsetzung des Business-IT-Alignment. Ein erfolgreiches, implementiertes Business-IT-Alignment wiederum ist auch nur ein Beitrag von vielen zu einem allgemeinen langfristigen Unternehmenserfolg. Darunter fallen für uns z. B. Innovationsfähigkeit, Preis- und Qualitätsvorteile gegenüber dem Wettbewerb, Flexibiliät (kurze Time-to-Market) usw.

    Von Christina Exner und Chris Gernreich am 1. August 2014 um 13:54 Uhr

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