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Jägermeister 2.0?

Heute in der Mensa, beim Kaffee “danach”, sprachen wir über die “Kein-Jägermeister”-Kampagne. So ähnlich hätte wohl ein amerikanisches Baptisten-Gymnastik-TV während der Präsidentschaft von Eisenhower ausgesehen (hier der TV-Spot bei YouTube). Also eine vermeintliche Anti-Werbung (“kein Jägermeister”) für ein nicht existierendes Produkt, mit easy listenigem Dubidubiduu-Sound. Die Kampagnen-Site trägt alles schön weiter und bietet nette zwonullige Sachen.

Geht das? Ich glaube schon. Jägermeister bietet ein weites assoziatives Feld, bleibt dabei aber als Marke unkaputtbar. Wurde ja früher gerne in der gemütlichen Eckkneipe zwischen Eiche rustikal, Daddelautomaten, Mannschaftsfoto, bunten Wimpeln und Bierkrügen mit landsmannschaftlichem Emblem ausgeschenkt. Es gab Ölschocks, Weltverflechtungskrisen und autofreie Sonntage; das Haar war mittlerweile “lang, aber gepflegt”, und im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße griff man zum großen Kräutergott, wenn Danilo Popivoda mal wieder schneller als der Ball war: “Komm, lass uns erstmal die Innenbeleuchtung einschalten” oder “einen Jäger die Jacke brausen“, so hörte man. 1973 prangt auch der Hirsch erstmals auf den Trikots der Braunschweiger Eintracht, als erste Trikotwerbung der Bundesliga. Wenn dann der Pferdefranz (Franz Merkhoffer) nicht wusste, wohin mit der Pille, o goldene Symbiose, und unsachlich die Eckfahne umbolzte – ja, dann kippte man darauf in der Gegengraden gerne einen die Jubelröhre runter oder begoss hübsch die Lampe.

Und heute also Jägermeister 2.0? Die Kampagne taucht gerade in vielen Musik- und Partyforen auf. Nicht ganz zufällig, sondern weil “gewisse Leute” dort massenhaft “social spamming” betreiben, wie Don Alphonso diese gezielten Klickanimationen nennt. Schade eigentlich. Die Kampagne verbreitet sich ja auch so. Jedenfalls in der Braunschweiger Mensa…

Kommentare

  1. Außer dem TV Spot ist mir die Kampagne bisher nicht untergekommen, ich wurde also vom social spamming verschont. Finde die Kampagne aber sehr Interessant vom Ansatz her, nur die Kampagnen Seite ist mir etwas zu stressig mit dem ganzen quietschi-quietschi-bunti-bunti-style. Vielleicht ist es auch Absicht und die Seite richtet sich an die Anti-Zielgruppe…

    Von Jens Lamprecht am 28. April 2008 um 17:31 Uhr
  2. Ich bin ganz “fasziniert” von dieser Kampagne und vor allem von der Site *freu*. Das ist mal die “gute alte Zeit”. Bin ich jetzt die Antizielgruppe, Jens? Hilfe …
    Obwohl ich sagen muss, dass mir die Jägermeister-Gefühle, wie Gerald sie hat, ein bisschen abgehen – das muss daran liegen, dass Süddeutschland nicht so Jägermeister-affin ist. Hier wohnen übrigens auch noch Menschen, die garnicht realisiert haben, dass es “Kein-Jägermeister” gar nicht gibt. Ich z. B. habe ihn im Supermarkt gesucht, weil ich ja jede schöne Werbung belohne…

    Was nehmen wir mit? 1. es gibt wirklich schön-web2.0-lliges, wir beobachten das weiter, wie es wirkt, wer darüber spricht und was man damit erreichen kann, 2. wir müssen aufpassen, die Grenze zwischen Viralen Kampagnen und Social Spamming nicht zu überschreiten und 3. – und das ist Tatsache – es gibt sie tatsächlich, die Parties auf denen man seine eigenen Hausschuhe mitbringen muss… – bei uns ist das ja ganz anders … wir haben Hausschuhe für alle *grins*.

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