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wi² Blog – Wirtschaftsinformatik & Informationsmanagement

Kooperieren oder verlieren…?

Prof. Dr. Susanne Robra-Bissantz: “Kooperation ist die Einstellung”

In den letzten Tagen bin ich etwas in Klausur gegangen und habe über die treibenden Kräfte der “Webgesellschaft” nachgedacht. Das entscheidende Schlagwort dazu heißt Kooperation (siehe dazu auch “Kooperation ist die Einstellung” von Susanne Robra-Bissantz).

Diesen Gedanken möchte ich auf verschiedene gesellschaftliche Bereiche übertragen, unter anderem, natürlich, auf die Wirtschaftswelt. Diese setzt sich aus einer Vielzahl von Verhandlungssystemen, bzw. Netzwerken zusammen, die einer hierarchischen Steuerung zuwiderlaufen, so der Befund der Netzwerkforschung. Pointiert gesagt: Die Illusion der Steuerbarkeit und Kontrolle aller Abläufe und Produktionsweisen wird abgelöst durch eine neue Form der kooperativen Beziehungswirtschaft. Innerhalb und außerhalb der Unternehmen. Mitarbeiter leisten dann ihr Bestes für ihr Unternehmen, wenn man ihnen Eigenständigkeit und Verantwortung überlässt, so die These.

In den Unternehmen ist diese Erkenntnis noch nicht überall angekommen, vorsichtig ausgedrückt. Beim weit verbreiteten “Management by Objectives”, dem Führen nach klaren Zielvorgaben, mit klaren Kennzahlen für Wirtschaftlichkeit und Erfolg, in den 1960er Jahren von Peter Drucker entwickelt, steht für Unternehmen das Management an erster Stelle. In der Konsequenz konzentrieren sich dann die Mitarbeiter eher darauf, dem Vorgesetzen zu gefallen – als den Kunden oder Stakeholdern.

Aber wie lässt sich die “Evolution der Kooperation” (Robert Axelrod) in der Wirtschaftswelt vorantreiben, mit und ohne Web? Wann “lohnt” es sich wirklich, zu kooperieren und, umgekehrt gefragt, was “kostet” es eigentlich, nicht zu kooperieren? Wenn Ihr Interesse habt, Euch dieser Frage aus sozial- oder wirtschaftswissenschaftlicher Sicht anzunehmen, theoretisch oder bezogen auf ein Beispiel aus der Praxis; wenn Ihr also auf der Suche nach einem schönen Thema für Eure Abschlussarbeit seid (Bachelor, Master, Diplom), und unsere feinen Besprechungskekse probieren möchtet, dann meldet Euch einfach bei mir, sehr gerne!

Gerald Fricke

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