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wi² Blog – Wirtschaftsinformatik & Informationsmanagement

Mein Auslandseinsatz in Dubai (Teil 2)

… Anknüpfend an den Punkt, an dem wir in meinem letzten Beitrag (hier) aufgehört haben, möchte ich euch heute den Ablauf der Datenerhebung erzählen. Generell war für mich unklar, wieso das Unternehmen bzw. die Abteilung, in der ich tätig war, nach einer mehrjährigen Marktpräsenz keinerlei detaillierte Informationen über den Markt besaß. Weiterhin war es für mich nicht klar, was die vor Ort eingesetzten Mitarbeiter in dieser Zeit getan haben. Entspricht es dem Stellenwert und der Wichtigkeit des Marketings und Vertriebs, dass eine Marktanalyse erst so spät und von einem Trainee durchgeführt wird? Dies war einer der Unterschiede zwischen Theorie und Praxis, der mir aufgefallen ist.

Da ich für meine Aufgabe die größten und wichtigsten Distributoren besuchen musste, um mit ihnen über die Preisdaten unserer Produkte, wie auch über Wettbewerber zu sprechen,
setzte ich mich zu Beginn mit einigen unserer Importeure in Verbindung, um von ihnen einige Kontaktdaten zu erhalten. Diese waren sehr kooperativ und ermöglichten mir, zusammen mit einigen Mitarbeitern, die wichtigsten Distributoren zu besuchen. Und hier durfte ich eine neue Erfahrung sammeln: Die Arbeitsweise in den arabischen Ländern! 

Pro Tag haben wir zunächst bis zu fünf Kundenbesuche geplant, und das ganze drei Mal in der Woche. Wir wollten uns immer um 9:00 Uhr treffen und mit den Kundenbesuchen loslegen. Allerdings ist der zuständige Mitarbeiter oft 15 bis 30 Minuten später eingetroffen. Hieran musste ich mich gewöhnen. Außerdem war er daran gewöhnt, seinen Arbeitstag mit einem Kaffee zu beginnen und das in einem Café mit orientalischer Atmosphäre. Also war der erste Kundenbesuch meistens erst gegen 11:00 Uhr möglich.

Ein Termin konnten wir mit den Distributoren nicht vereinbaren, denn die Datenerhebung lag nicht in ihrem Interesse, da sie in dieser Zeit einige Verkäufe verpassen würden. Daher mussten wir lange warten bis sie Zeit für uns hatten und ich meine Fragen stellen durfte. Nur mein Begleiter wollte diese Termine ebenfalls ausnutzen und hierbei seine Geschäfte abschließen. Also versuchte er, zusätzlich zu den Verspätungen, auch die von den Distributoren angebotenen kurzen Termine mit mir zu teilen und für seine Aufgaben zu nutzen. Obwohl er von seinem Vorgesetzten als meine Begleitung freigestellt war! Von den fünf Kundenbesuchen pro Tag waren nur noch drei, meistens aber nur zwei möglich. Daher musste ich mit meinem Vorgesetzten vor Ort sprechen um dieses Problem zu lösen. Hiernach hielt sich der Begleiter an die Zeiten und Vorgaben, allerdings unterstützte er mich nicht mehr so wie vorher. Das bedeutete, dass ich mich bei den Distributoren eigenständig um Termine kümmern und mich durchsetzen musste. Zu Beginn war es eine Herausforderung, später eine sehr lehrreiche Erfahrung!

Muhammed Geuad

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  2. wi²-Blog @ TU Braunschweig 5. Juli 2013 at 09:08