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wi² Blog – Wirtschaftsinformatik & Informationsmanagement

Mein Blick in die Praxis eines Industrieunternehmens (Teil 1)

In diesem Eintrag möchte ich über meine Erfahrungen in Tätigkeiten, die in Bezug zu meinem Wirtschaftsinformatik-Studium stehen, berichten. Grundsätzlich bieten Unternehmen eine breite Palette an Einsatzmöglichkeiten für Wirtschaftsinformatiker an. Ebenso gibt es zahlreiche Möglichkeiten bereits während des Studiums einen Blick in die Arbeitswelt zu werfen, da viele Unternehmen aktiv Wirtschaftsinformatiker suchen und versuchen diese langfristig zu binden.

Zu den Arbeitgebern gehören die Finanzbranche, die Automobilindustrie, Behörden, aber auch im medizinischen Umfeld gibt es Möglichkeiten zur Anstellung. Innerhalb dieser Branchen gibt es ebenso große Unterschiede, beispielsweise ist es möglich, innerhalb der Automobilbranche von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis hin zum Vertrieb zu arbeiten. Meine Erfahrungen stammen aus einem Praktikum und der anschließenden Bachelorarbeit bei einem süddeutschen Automobilkonzern und aus meiner Werksstudenten-Tätigkeit bei einer großen Versicherungsgesellschaft. Auf den ersten Blick zwei komplett verschiedene Branchen, allerdings ähneln sich die Aufgabenfelder durchaus.

Wirtschaftsinformatiker beschäftigen sich häufig mit Informations- und Anwendungssystemen sowie Prozessen und deren Gestaltung. Das Aufgabenportfolio deckt aus meiner Sicht den gesamten Entwicklungsprozess von der Anforderungsermittlung bis zum Release und Betrieb von Softwareprodukten und IT-Systemen ab. Bei Projektaufgaben ist das Hintergrundwissen aus den wirtschaftlichen Modulen nützlich, da hier viele komplexe Themen mit den Grundkonzepten der Vorlesungen verbunden werden können. Die Entwicklungsarbeit selbst gestaltet sich also durchaus abwechslungsreich, da viele unterschiedliche Aufgaben zu erledigen sind und man zu unterschiedlichen Projektzeitpunkten verschiedene Aufgaben wahrnimmt.

Die Arbeit in einem großen Industrieunternehmen ist für mich interessant und abwechslungsreich, da das Zusammenspiel der einzelnen Mitarbeiter und Abteilungen von außerhalb nicht immer zu erkennen ist und man durch die Arbeit in einem solchen Unternehmen einen Einblick in diese Zusammenarbeit bekommen kann und dadurch mehr über die komplexe Produktion in der Automobilbranche erfährt. Der einzelne Mitarbeiter ist hier ein „kleines Rad im Getriebe“. Das bedeutet, dass die Aufgaben und Tätigkeiten der einzelnen Abteilungen und Mitarbeiter so ineinander greifen, dass ein reibungsloser Ablauf der  Zusammenarbeit gewährleistet ist.

Durch diese Kooperation ist es möglich, neue Kontakte zu knüpfen und sich entsprechend zu vernetzen. Bei Interesse kann man auch eine Stelle im Ausland antreten. Ebenso sind durch den internationalen Kontakt der Gebrauch von Fremdsprachen erforderlich, so konnte ich z. B. häufig meine Englischkenntnisse anwenden. Daneben kann man sich auch im nationalen Umfeld sehr gut weiterentwickeln und wird hierbei unterstützt.

Ein Nachteil ist, dass die Organisation eines internationalen Konzerns natürlich mit großem Aufwand verbunden ist. So sind Entscheidungswege standardisiert und benötigen aufgrund der Beteiligung von mehreren Verantwortlichen eine gewisse Vorlaufzeit, welche bei Planungen von Projekten und ähnlichen berücksichtigt werden muss. Ebenso gibt es im Rahmen der Konzern-Compliance gewissen Regeln bei der täglichen Arbeit zu beachten: Anweisungen aus dem Kartell-, dem Insiderrecht oder dem Datenschutz. Letzterer stellt naturgemäß für Wirtschaftsinformatiker als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik einen wichtigen Punkt dar.

In meinem nächsten Eintrag werde ich näher auf meine Aufgabenbereiche und die Zusammenarbeit in verschiedenen Teams eingehen.

Bis dahin
Matthias Dossow

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  2. wi²-Blog @ TU Braunschweig 11. Juli 2013 at 12:25