TU BRAUNSCHWEIG
Symbolfoto
wi² Blog – Wirtschaftsinformatik & Informationsmanagement

Social Media als „Zeitfresser“ im Unternehmen?

Web 2.0, Enterprise 2.0, Social Web und Social Media lauten die Trendthemen der letzten Jahre. Im Oktober 2004 organisierte der amerikanische Verleger Tim O’Reilly die erste „Web 2.0 Conference“. Der Zusatz „2.0“ spielte auf die Benennung von Software-Versionen an. Nach der Veröffentlichung des Essays wurde der Begriff „Web 2.0“ für die neuartige Webkommunikation etabliert (Schmidt 2009, S. 11-12).

Im März 2010 waren bereits 30 Millionen Deutsche Mitglieder in Internet-Communities. Dabei sind die hauptsächlichen Gründe für die Mitgliedschaft der Nutzer sowohl das Pflegen von Kontakten zu Freunden und Bekannten, als auch ein Austausch über gemeinsame Interessen und Erlebnisse und die Möglichkeit, dort neue Freunde und Bekannte zu finden.

Was bedeutet nun aber Social Media für ein Unternehmen? Unsere Gruppe hat in der Vorlesung IuK in der Webgesellschaft die These vertreten, dass ein ungeschickter Umgang mit diesen Medien die Unternehmen Zeit, Geld und Motivation kosten kann. Wir möchten hier einige Fallen erläutern, die ein Unternehmen beachten muss, wenn es sich für Social Media entscheidet.

Dazu ist es wichtig zu wissen, wie Enterprise 2.0 eingesetzt werden kann. Abgesehen von der privaten Nutzung zur Kontaktpflege wird Social Media zur internen Unternehmenskommunikation eingesetzt (sowohl unter Mitarbeitern durch Instant Massaging, als auch z. B. bei der Informationsverteilung durch Personal Publishing). Auch ein Wissenstransfer kann durch Wikis unterstützt werden. Die Darbietung eines Unternehmens nach Außen, sowie die Werbung kann durch Social Media vereinfacht werden.

Egal welcher Bereich betroffen ist, es muss immer daran gedacht werden, dass der erfolgreiche Einsatz von einer erfolgreichen Planung und Steuerung abhängt. Dafür wird wiederum geschultes Personal gebraucht, sowie Investitionen in Hard- und Software. Das sind Zeit- bzw. Geldfaktoren, die mitverloren gehen, wenn der Einsatz des Werkzeuges nicht erfolgreich ist.

Die private Kontaktpflege bedeutet für das Personal allerhand zeitfressende Aktivitäten, denn oft führen private Nachrichten aller Art (Facebook, Skype, Twitter usw.) zu Störungen. Dazu kommt die Ablenkung durch verlinkte Artikel. Laut einer Studie hängen ca. 60% aller Unterbrechungen mit Social Media zusammen und 53% aller Angestellten sind täglich mindestens eine Stunde mit Social Media privat beschäftigt (vgl. Borns 2011).

Im Bereich der internen Kommunikation lauern ähnliche Fallen. Wird z. B. zu wenig Information zur Verfügung gestellt, so interessieren sich die Mitarbeiter nicht dafür und die investierte Arbeit war nur „Zeitverschwendung“. Das Gleiche gilt auch, wenn zu viele Informationen veröffentlicht werden: Dann ist ein „Information Overload“ vorprogrammiert und das Werkzeug bringt nicht die gewünschte Wirkung. Im Bereich Wissen kann Social Media einen guten Beitrag leisten. Wenn aber die Mitarbeiter, aus welchen Gründen auch immer, nicht bereit sind, ihr Wissen auf diese Weise zu teilen, wird das Portal nicht genutzt.

Um Geld zu sparen, schichten die Unternehmen die Ausgaben für Werbung um und setzen auf personalisierte Kundenwerbung im Netz. Dabei zeigen die aktuellen Umfragen, dass nur ein geringer Anteil (ca. 18%) der Nutzer von Social Media für diese Art Werbung zugänglich ist (vgl. INNOFACT 2010, S.15). Das bedeutet: Setzt ein Unternehmen auf falsche Medien, dann „verschwenden“ die dafür benötigten Mitarbeiter ihre Zeit ohne Aussicht auf Erfolg.

Gewiss kann Social Media viele Vorteile bringen. Es darf nur nicht vergessen werden, dass eine ungeschickte Planung und Umsetzung ein Ressourcenfresser (Zeit, Geld und auch Motivation) werden kann.

Yulia Bakmann, Gruppe “Social Media als Zeitfresser”

Literatur

Borns, Jan, 2011: Social Media kostet Millionen Dollar Arbeitsproduktivität; in: t3n.de vom 24. Mai 2011; unter: http://t3n.de/news/studie-social-media-kostet-millionen-dollar-311505 (Zugriff am Mai 2011).

Innofact AG, 2010: Werbewahrnehmung und -wirkung im Zeitalter sozialer Netzwerke; in: wuv.de, Juli 2010; unter: http://www.wuv.de/content/download/161837/2980270/file/INNOFACT%20AG%20Werbewahrnehmung%20und%20-wirkung%20im%20Zeitalter%20sozialer%20Netzwerke.pdf (Zugriff am Mai 2011).

Schmidt, Jan, 2009:  Das neue Netz – Merkmale, Praktiken und Folgen des Web 2.0. Konstanz.

Kommentare

  1. Bin schon auf die Folgestudie gespannt: Arbeitsproduktivitätsverluste durch Besprechungen ohne Plan (dafür mit Keksen), deplatzierten Kaffeeklatsch in der Teeküche und die jeweils neueste Ausgabe der Titanic zur Erheiterung auf dem Örtchen.

    Getrennt oder zusammen? Nee, Material geht extra.

    Ja, ja, diesen flegmatischen Wissensarbeitern bringen wir auch noch bei, dass ihr Gehirn gefälligst zwischen 9 und 5 nur den Chef gehört und bitteschön, dankeschön, genau dann die kongenialen Einfälle auf das Fließband zu schieben hat. Wie soll der lokale Erbsenzähler in der Personalabteilung das auch sonst in der Bilanz ausweisen? Soviel Entgegenkommen wird ja wohl noch drin sein.

    😉

    Von Oliver Tacke am 13. Juli 2011 um 8:24 Uhr
  2. Und hier ist das Video dazu:
    http://www.youtube.com/watch?v=k_CsNmUJSRI

  3. @otacke: Sozial Media wird nicht als Teufel dargestellt. Jedoch hält es die Mitarbeiter von der Arbeit ab. Da ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Arbeitgeber da lieber die Notbremse ziehen. Es würde ja auch stören, wenn die Kassiererin bei Aldi alle fünf Minuten zum Smartphone greift und erst einmal eine Runde twittert. Wir als Kunden würden uns das nicht gefallen lassen.

    Es war schon immer so, dass das Telefonieren bzw. SMSen am Arbeitsplatz nicht erlaubt ist (solange es der Arbeitgeber nicht ausdrücklich erlaubt). Das ist sogar gesetzlich so geregelt und mitunter ein Kündigungsgrund. Wieso sollte also dann das chatten, twittern und facebooken erlaubt sein, dass am Ende ja doch nur eine andere Art der Kommunikation ist.

    Dass die Mitarbeiter immer Wege und Mittel finden werden, um sich vor Arbeit zu drücken, ist ganz normal. Jedoch wird auch da der Vorgesetzte irgendwann aktiv, wenn die Arbeit nicht fertig wird.

    PS: Gerade du als Mitarbeiter vom Institut für Organisation und Führung solltest auf unserer Seite sein 😀

    Von Florian N. am 19. Juli 2011 um 21:51 Uhr
  4. Der Job an der Aldi-Kasse ist vermutlich nicht das, was man als Wissensarbeit bezeichnen würde – darum geht’s ja da oben bei mir. Das Instrument, das die effektiv für die Arbeit aufgewendete Denkzeit misst und auf die Stechuhr stempelt, muss noch erfunden werden. Die E-Technikkollegen sind da aber bestimmt dran. Und was mache ich, wenn ich zu Hause einen guten Einfall habe, außerhalb der Arbeitszeit? Den kann ich dann ja nicht für die Arbeit benutzen oder muss Überstunden aufschreiben?
    Andersherum, nur weil jemand nicht in sozialen Medien unterwegs ist, sondern am Schreibtisch sitzt, muss er noch längst nicht produktiv sein. Da gibt’s auch diese Brillen mit den aufgemalten Augen drauf. Super Sache.

    Ablenkung gab’s auch schon vor der Computerzeit, da war es der Schnack mit Büronachbarn (twittern), der Blick in die Zeitung (Newsfeeds durchgucken) oder das Zeitverplempern in hochwichtigen und unorganisierten “Meetings” (in Hangouts rumlungern). Immer 100% Leistung zu verlangen ist ungesund. 85% reichen (laut IBM-Cheftechnologe Gunter Dueck). Wenn eine Wohnung zu mehr als 85% aufgeräumt ist, wird’s ja auch ungemütlich.

    Jaaa, Gesetzesargumente, feine rechtspositivistische Keule, aua. Bis 1973 durften die Lehrer den frechen Rotzlöffeln in gewissen Teilen Deutschlands auch noch was hinter die Löffel geben. Nur weil das mal vom Gesetzgeber in Steintafeln gemeißelt war, muss das also weder aus Sicht jüngerer Zeit weiterhin sinnvoll sein noch so bleiben. Darf und sollte man als freier Geist hinterfragen (dürfen).

    Zum Nachschub muss ich als Disclaimer wohl anmerken, dass ich ganz allein in eigener Mission unterwegs bin, einsamer Wolf und so, durchaus auch als Perturbator; emotionale und kognitive Reize (DIE PHYSISCHEN MÜSSTE ICH HIER EMULIEREN) als Aktivierung kennt man doch von W. Fritz, und das funktioniert nicht nur beim Verhökern von Autos oder Margarine.

  5. Definiere doch mal Wissensarbeit. Nur eine Idee zu haben, kann ich mir nicht wirklich als Arbeit vorstellen. Erst, wenn auf diese Idee auch Taten folgen und versucht wird, diese Idee umzusetzen, ist wirklich von Arbeit (zumindest im gewerblichen Umfeld) zu reden.

    Und leider werden soziale Medien nicht nur zur Wissensfindung bzw. dem Ideenaustausch eingesetzt. Das kann man auch in einem Vortrag von Herrn Fricke sehen, der bei Facebook von einem “privaten” Affirmationskapellchen spricht, in dem man nur in seiner eigenen Meinung bestärkt wird ( http://youtu.be/E93zxHekCXo?t=6m28s ).

    Und auch Sascha Lobo trifft es ganz passend in seinem Vortrag zur Trollforschung (von ca. 4:30 bis 11:50 http://vimeo.com/22385006 ). Dort bemängelt er, dass man viel zu oft immer nur seinen kleinen Followerkreis bei Twitter hat, die sowieso der gleichen Meinung wie man selbst ist. Anstatt sich wirklich mit anderen Leuten auszutauschen, findet man stattdessen (weitestgehend) nur einen Gleichgesinnten, mit dem man sich über die selben Themen unterhalten kann.

    Aber es geht ja auch gar nicht darum, immer 100% Leistung zu fordern. Nur ist zum Beispiel eine Zeitung irgendwann mal durchgelesen, der Newsfeed hingegen tickert immer munter weiter. Und auch diese unorganisierten Meetings (sind die wirklich immer unorganisiert?) sind irgendwann mal wieder zu Ende. Die Twittertimeline wird dahingegen nahezu niemals still stehen.

    Zu der rechtlichen Keule: Ja, nicht jedes Gesetz ist gut und einige schon überholt. Trotzdem wäre es vor der Computerära niemals vorgekommen, dass ein Mitarbeiter rund um die Uhr SMS schreibt. Und wenn man mal Twitter und Facebookmessages ganz abstrakt sieht, dann sind sie quasi wie kostenlose SMS.

    Aber wie gesagt: Es geht nicht um das “ab und zu mal twittern”, sondern darum, dass es ablenkend ist, wenn man den Newsfeed, das Twitterprogramm, das Mailprogramm und vielleicht auch noch die Facebookseite im Hintergrund durchgehend offen hat. Bei dem ganzen Aufgeblinke und Aufgepoppe kann man sich einfach nicht darauf konzentrieren, eine Aufgabe zu Ende zu führen. Die Menge macht’s!

    Und ja, du bist zwar unterwegs in einsamer (und geheimer? :D) Mission, aber wie du schon sagtst, kann man die Wissensarbeit nicht mit einer Stempeluhr an- und abschalten … also bist du jetzt in diesem Moment quasi die private Außendienststelle OrgFue?!

    Von Florian N. am 20. Juli 2011 um 17:58 Uhr
  6. Florian, das mit dem “Affirmationskapellchen” meinte ich bezogen auf die Frage, ob Facebook Revolution stiftet… Die Idee von Facebook ist nicht unbedingt der Umsturz, Mark Zuckerberg hat das nicht erfunden, um damit Regime zu stürzen… Nach der Verwertungslogik dieses Unternehmens hätte eher Mubarak in Ägypten eine formidable Regierungs-Seite einrichten müssen, auf der man das Regime “liken” kann (statt es zu stürzen). Aber zum Glück haben die Demonstranten das ja dann anders benutzt…!

  7. Richtig, aber genau das ist doch das Problem. Ich weiß nicht mehr genau, ob es auch in dem Vortrag von Herrn Lobo war, aber da wurde auch das abhanden sein eines “Dislike”-Buttons (ich muss zugeben, mit reichlich Witz) kritisiert. Genau das macht doch Facebook aus: Eine geschlossene Gruppe (außenstehende kommen gar nicht erst rein), in der man nur etwas mögen kann. Falls man jedoch Unmut gegenüber etwas hegt, so kann man das höchstens tun, indem man eine facebookinterne Nachricht schreibt. Das ist jedoch meistens gegenüber einem einfachen Klick für ein “Mag ich” fast schon zu viel Aufwand.

    So wird man meistens auch nur Mitglied in Facebookgruppen, weil man sich mit dem Thema der Gruppe verbunden fühlt.

    Dadurch kommt es ja zu dieser Bestärkung der eigenen Meinung. Eine Diskussion mit zwei Parteien mit unterschiedlicher Meinung kommt hingegen nur selten zu Stande.

    Wie sie halt sagen: Liken … oder stürzen.

    Von Florian N. am 20. Juli 2011 um 21:10 Uhr
  8. Zum Thema Wissensarbeit empfehle ich das Blog vom Wissensarbeiter unter http://wissensarbeiter.wordpress.com/ (Vorsicht: Blogs gehören zum ominösen Web 2.0) oder das Buch “Aufbrechen” von Gunter Dueck oder vielleicht auch die Klassiker von Drucker und Polanyis. In Kürze, aber unzureichend: Bei Wissensarbeit entsteht der Mehrwert im Kopf, nicht durch Produktion materieller Güter (allenfalls darin manifestiert) oder Routinetätigkeiten. Das kann der Fall sein bei Unternehmensberatern, Designern, Forschern, …

    Ich habe nirgends behauptet, soziale Medien würden nur zur Wissensfindung oder zum Ideenaustausch benutzt. Werden sie nicht. Und das ist auch gut so – auch im Unternehmenskontext.

    Dass soziale Medien häufig als Resonanzboden zur Bestärkung der eigenen Meinung benutzt werden, ist nix Neues und schon gar nicht verwunderlich. Das Internet ist nicht losgekoppelt von der Realität, sondern spiegelt diese nur in Teilen wider. Sich tendenziell eher mit Gleichgesinnten zu umgeben und diverse Spektren auszublenden, ist wirklich keine Erfindung von Facebook oder Twitter, sondern passiert schon seit zwei, drei Jährchen in Kegelclubs, Parteien oder beim selektiven Lesen von Zeitschriften. Vielleicht auch schon seit vier Jahren.
    Dazu habe ich aber ebenfalls nichts gesagt.

    Panta Rhei. Mein Telefon kann immer klingeln, es kommt auch zwischendurch jemand vorbei, Unterbrechungen im Arbeitsfluss gibt’s immer. Solange ich damit umgehen kann und meine Arbeit gut erledige, spielt das keine Rolle. Wenn ich damit nicht umgehen kann, sollte ich das lernen und dabei unterstützt werden. Mit pauschalen Verboten lernt man das nicht.

    Ja, viele Besprechungen sind schlecht – weil gar nicht – organisiert und Zeitverschwendung. Und dass, obwohl sie oft notwendig sind.

    Ich bin kein “Social-Media”- Pressesprecher einer Organisation (wieso sollte das auch jemand annehmen?), sondern eine Person aus eigenem Recht und handele auch als solche. Was ich hier vom Stapel lasse, ist mein ganz eigener Senf und muss anderen – auch nicht meinen Kollegen, meinem Chef, Queen Mom oder seiner Heiligkeit dem Papst – noch lange nicht schmecken.
    Von einem Teil auf’s Ganze zu schließen und dann alle Einzelteile entsprechend zu interpretieren mag eine nette menschliche Heuristik sein, aber damit kann man ganz schön gegen die Wand fahren.

  9. Ja, das habe ich auch unter Wissensarbeit verstanden. Nur bringt es nichts, wenn man eine Idee hat, sie aber nicht festhält oder weiter ausarbeitet.

    Warum sollten soziale Medien nicht zur Ideenfindung genutzt werden? Was wäre verkehrt daran? Ich stimme dir aber zu: Momentan wird es weitestgehend nur zur Kommunikation verwendet. Aber es gibt auch einige Beispiele, in denen sie zumindest unterstützend mit eingesetzt wurden.

    Aber ja, dazu hattest du nichts gesagt, das hatte sich auch mehr auf den Einwurf von Herrn Fricke bezogen.

    Ich bin mit dir einer Meinung: Solange man damit umgehen kann, ist alles okay. Jedoch muss man nunmal anerkennen, dass sozial Media eben zu den Zeitfressern im Unternehmen gehören. Dass sie die einzigen Zeitfresser sind, ist natürlich Quatsch. Jedoch nehmen sie eine immer größere Bedeutung ein. Und auch hier bin ich wieder deiner Meinung: Der richtige Umgang mit sozial Media und dem Internet sollte einem beigebracht werden. Dabei meine ich nicht in der Art: “Du musst das so und so machen!”, sondern eher in der Hinsicht, dass einem Gefahren, aber auch Chancen aufgezeigt werden. Das sollte dann auch schon in der Schule anfangen.

    Zu den Meetings muss ich dir widersprechen. Zumindest in dem Unternehmen, in dem ich gearbeitet habe waren die Meetings recht gut strukturiert und haben auch etwas gebracht. Das lag nicht zuletzt daran, dass sie vorher gut organisiert wurden. Und auch beim SEP hatte ich eine Gruppe, in der wir vor jedem Treffen erst einmal eine Agenda für das nächste wöchentliche Treffen zusammengestellt haben. So wusste man, welche Punkte man ansprechen musste und ob ein Treffen überhaupt notwendig ist.

    Und natürlich wollte ich dich nur ein wenig ärgern. Ich kenne dich auch von Twitter und weiß natürlich, dass du generell recht aktiv im Web 2.0 bist. Natürlich hat das nichts mit OrgFue zu tun, sondern eher mit persönlichem Interesse 😉

    Von Florian N. am 21. Juli 2011 um 18:36 Uhr
  10. Wohlan! Siehst’e, können wir doch morgen eigentlich ‘nen Friedensdrops lutschen.

    Yup, Ideen muss man noch ausarbeiten. Aber wo und wann sie aus den verworrenen Gehirnwindungen kriechen, kannst du nicht vorschreiben. Ergo, und mehr hab’ ich nicht in den virtuellen Raum geraunzt, bedeutet die Nutzung sozialer Medien während der Arbeitszeit nicht gleich einen Produktivitätsverlust.

    Was, wie? Klar können soziale Medien auch zur Ideenfindung benutzt werden. Dazu gibt’s sogar ein akademisches Pamphlet von mir. Wer’s sucht und findet, muss es auch lesen. Also lieber Füße stillt halten.
    Gut, sehe ein: Drei Minuszeichen und morgen keinen Wackelpudding für meine Formulierung, aber da oben steht positiv ausdrückt: Soziale Medien werden zu mehr als ausschließlich zur Wissensfindung und zum Ideentausch genutzt. Und das ist eben auch in Unternehmen gut so.

    Biddeschön, biddeschön, genau wie eine zu langsame Kaffeemaschine oder der ständig noch auf einen Plausch vorbeischauende Postbote können soziale Medien unter gegebenen Umständen Zeit fressen. Wohl bekommt’s. Ob das schlimm ist, sei mal ganz keck und dreist dahingestellt als Plädoyer für mehr Ineffizienz.

    Glückwunsch zu der Erfahrung mit den Besprechungen. Aber glaube mir, ich bin mit meinem Bollerwagen schon durch einige Läden durchgezogen, und das läuft wahrlich nicht immer so. Der folgende Kalauer kommt nicht von ungefähr:
    „Sind Sie einsam? Sind Sie es leid, allein zu arbeiten? Hassen Sie es, Entscheidungen zu treffen? Dann gehen Sie doch zu einer Besprechung! Dort können Sie:
    – Leute treffen
    – Kaffee trinken
    – sich wichtig fühlen
    – Ihre Kollegen beeindrucken
    – sich ausheulen und anderen die „Schuld“ zuweisen
    – Verantwortung abwälzen
    Und dies alles während der Arbeitszeit“
    Mit dem Geradebiegen verdienen dann Unternehmensberater schon mal ihre Roggenbrötchen als teure Leiharbeiter.

    Ach, ärgern wolltest du mich. Gut, dann gucke ich kurz mal böse (ò_ó). Das In-welcher-Rolle-redet-der-da?-Problem ist aber durchaus ein echtes, und DAS aufzuklären, DAS kostet Zeit. Oder Nerven. Und manchmal auch den Kopf.

  11. Ich glaube ich habe durch eure Diskussion zu dem Thema “Zeitfresser: Social Media in Unternehmen” mehr gelernt, als in beiden Vorträgen zu diesem Thema in IUK zusammen!!!!

    Dafür gibt es nen klick auf den “Like-Butten” ;)(wenn es hier einen geben würde)

    Von Fathi El-Khatib am 28. August 2011 um 13:43 Uhr
  12. Ja eure Diskussion hier fand ich auch sehr interessant!
    Ich stell mir dann auch mal einen Like Button vor 😉

    Die Frage Zeitfresser oder nicht beantwortet sich glaube ich auch aus der Arbeitsweise und Motivation des einzelnen Mitarbeiters heraus – aktualisiere ich Facebook und schreibe einen Tweet, weil ich mich grade nicht überwinden kann wirklich anzufangen zu arbeiten. (Zu diesem Motivationsproblematik gibt es ja auch dem Tipp nicht als erstes am Arbeitstag seine E-Mails zu checken und dann Ewigkeiten zu beantworten.)
    Oder ist das Benutzen sozialer Netzwerke Teil des Entstehungsprozesses der Leistung die ich erbringe – dann ist sie auch wertvoll für das Unternehmen.

    Von Ilan Koch am 28. August 2011 um 19:46 Uhr

Trackbacks / Pings

  1. Trackback URl →