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wi² Blog – Wirtschaftsinformatik & Informationsmanagement

Sozial vernetzt – auch im Unternehmen?

In StudiVZ, XING, Facebook und Konsorten sind wir phantastisch vernetzt, wir tauschen uns aus, verknüpfen uns über gemeinsame Interessen, können Mitstreiter für Projekte suchen, unser Wissen oder unsere Fähigkeiten anbieten und kennen über viele Ecken (oder Verbindungen) – so ziemlich zu jedem Thema jemanden, der uns weiter helfen kann. Der Weg “über den Menschen” – über die soziale Vernetzung – bietet uns hier einen unerschöpflichen Fundus an Unterstützung, Kenntnissen und Wissen. Und das alles privat, freiwillig und zusätzlich macht es uns auch noch Freude. Warum? Wir glauben, dass das unter anderem daran liegt, dass diese Form des Austauschs und Findens von Informationen ziemlich genau unserem “normalen Leben” entspricht. Denn bei Problemen in unserem täglichen Umfeld überlegen wir  sehr oft und ganz intuitiv, welche Person uns weiter helfen könnte.

Da liegt es doch mehr als nahe, einmal darüber nachzudenken, ob man dieses Prinzip dieser sozialen Vernetzung nicht auch einmal im Unternehmen oder für Unternehmen ausnutzen sollte. Und wie?

Zum Beispiel, um auch hier das Wissen und die Fähigkeiten aller Mitarbeiter transparent zu machen, die ganzen ungenutzten Potenziale, die im Unternehmen schlummern. Schlummern? Ja, genau das ist das richtige Wort. In Fachsprache würde man sagen, dass das Wissen “implizit” ist, also vom Mitarbeiter nicht expliziert – ausgedrückt oder bekanntgemacht – wird, er das nicht kann oder vielleicht auch garnicht weiß, dass er dies tun sollte. Wir sind der Meinung, dass soziale Netze sehr gut dazu geeignet sind, implizites Wissen im Unternehmen verfügbar zu machen. Und das besser, als es ein traditionelles Wissensmanagement kann. Und so, dass Mitarbeiter da auch gerne mitmachen und dies sehr gut können, da sie soziale Netze ja schon aus ihrem privaten Leben kennen. Und zudem lässt sich das auch noch theoretisch untermauern. 

Eine andere Möglichkeit, soziale Netze auch professionell zu nutzen, bietet sich insbesondere für Organisationen an, die Informationen oder Wissen sozusagen anbieten, deren Geschäft es ist, zu forschen, zu beraten oder Wissen zu vermitteln. Hier ist das soziale Netz nicht nur geeignet, Wissen intern verfügbar zu machen. Es kann auch für den externen Internet-Auftritt genutzt werden, sozusagen das Schaufenster für die Organisation sein. Partner, Interessenten und Kunden nehmen die Organisation dann über ihr Wissen wahr und – noch besser – über das soziale Netz aus Persönlichkeiten oder Gruppen und deren Kompetenzen und Interessen. Damit stellt sich die Organisation nicht nur als kompetenter Partner dar, sie macht es der Öffentlichkeit auch einfach, Kontakt aufzunehmen und die richtigen Anprechpartner zu finden.

Das klingt, wie wir finden, schon gar nicht schlecht. Allein – die technologische Basis mit allen speziellen Anforderungen von Unternehmen muss noch implementiert, die genauen Konzepte müssen noch genau ausgearbeitet werden. Und dann stellen sich noch eine Reihe von Fragen, beispielsweise nach dem Grad an Öffentlichkeit, den eine Organisation wirklich will oder danach, wie ein Einzelner seine verschiedenen soziale Netze denn sinnvoll pflegen kann. Wir wollen das angreifen. Auf einem Workshop am  20. Juli in Wien am Rande der IEEE-Konferenz “on Commerce and Enterprise Computing”. Und wir suchen hierzu noch kompetente Mitdenker aus “Theorie und Praxis”, vielleicht Sie oder Dich?

Kommentare

  1. Klasse. Auch über das Twittern wollen wir sprechen, in Wien. Markus Weinmann und ich sind auch dabei. Wer noch?
    Anmeldungen hier: http://communications20.ning.com/ oder direkt an die Herren Hempel oder Ballkultur…

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  2. “Soziale Vernetzung im Unternehmen” - Agenda | wi2-Blog 19. Juli 2009 at 09:30