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Twitter, Facebook und die Webgesellschaft

Vor zwei Wochen habe ich bei der esg in Braunschweig in einem Vortrag erzählt, warum ich Facebook 27,3 Prozent doofer finde als Twitter, aber eigentlich auch ganz schnafte. Die Webgesellschaft sehe ich als einen offenen Assoziationsraum für Akteure und Handlungen, die auch die Chance einer globalen Subpolitik von vernetzten Akteure der “Weltrisiskogesellschaft” bietet. Pointiert gesagt: Kommunikatives Handeln stiftet Sozialkapital und ermöglicht neue Zusammenarbeiten, vernetzt durch das Web.

In diesem Assoziationsraum macht tatsächlich die eigene Stimme den Unterschied. Twitter ist offen, wir können uns mit echten Menschen unterhalten oder uns in kleinen immer wieder neu entstehenden ad-hoc-Gemeinschaften über Themen austauschen (via Hashtags), die gerade passieren. Ob es Konferenzvorträge, Atomunfälle oder Fußballspiele sind. Auf Facebook erreichen wir dagegen nur diejenigen Menschen und Meinungen, von denen wir sowieso schon überzeugt sind. Das ist jedenfalls der Daseinszweck des privatwirtschaftlichen Unternehmens Facebook, die Dinge zu bestätigen, nicht sie in Frage zu stellen. Daumen hoch für das “Affirmationskapellchen des Weltkapitalismus”, wie ich es auf die Folie geschrieben habe. Wenn dabei aber (trotzdem) aus Versehen Revolutionen oder eine neue Demokratie-App herauskommen, dann finde ich Facebook eigentlich auch ganz schnafte, ja! Hier einige Impressionen aus dem Vortrag.

Dr. Gerald Fricke: Mit Twitter und Facebook in die Webgesellschaft, Vortrag, Braunschweig, 12.05.2011

Kommentare

  1. Die Ethik, die ein Personaler haben sollte und die es ihm verbietet, nicht nach Partyfotos auf Facebook zu suchen, ist ja schön und gut. Am Ende zählt aber, wie das Unternehmen nach außen dargestellt wird. Es ist ja nicht einmal möglich, dass alle Menschen ihr Bonbon-Papier in den Mülleimer werfen.

    Was fehlt, ist, dass der Umgang mit diesen Medien schon im Kindesalter anfängt. Es ist nicht schlimm, wenn jemand seine Daten ins Internet laden möchte. Jedoch sollte man schon als Kind an die Hand genommen werden, sodass man weiß, was man da tut. Jedoch fehlt bis heute noch in den Schulen die Pflichtstunde in den Neuen Technologien. Und sollte sie doch einmal vorhanden sein, so wird meistens der veraltete Netscape Navigator zum Einwählen der 486er ins Internet verwendet.

    Von Florian N. am 19. Juli 2011 um 22:54 Uhr

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  2. wi²-Blog @ TU Braunschweig 19. Juli 2011 at 09:26