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wi² Blog – Wirtschaftsinformatik & Informationsmanagement

Umweltpolitik im Web (Gruppe 3)


In unserem PechaKucha-Vortrag haben wir uns in der Webgesellschafts-Vorlesung mit der These „Soziale Medien stärken die Umweltbewegung“  beschäftigt

Soziale Medien sind in der Lage, die ganze Welt miteinander zu vernetzen und so Inhalte in alle Ecke unserer Welt zu verbreiten. Noch nie war es einfacher, Menschen zu mobilisieren und zu informieren. Gleichgesinnte, denen das Thema Umweltschutz am Herzen liegt, sind nur einen Klick entfernt.

Allerdings beleuchteten wir auch die negative Komfortzone des Umweltschutzes.

Umdenken geschieht zuerst im Kopf und manifestiert sich dann in aktivem Handeln. Zwar können auch soziale Medien den Menschen zum Umdenken bewegen und Möglichkeiten zum Handeln aufzeigen, aber einfaches Klicken auf einen „Gefällt-mir-Button“ und das „Gutfühlen“ danach gleichen einem Ablasshandel und leistet keinen messbaren Beitrag zum Umweltschutz.

In der Diskussion wurden viele interessante Perspektiven angeschnitten, wie z. B., dass viele identische Meinungen kein Garant für Richtigkeit sind (Schwarmintelligenz versus Einzelmeinung). Viele Veranstaltungsteilnehmer empfinden es als schwierig, sich in der Informationsflut zu orientieren (Was ist richtig oder falsch?). Außerdem wurde über die Schlagkraft von Internetprotesten im Vergleich zu auf der Straße stattfindenden Demonstrationen diskutiert.

Abschließend gab Herr Fricke den Denkanstoß des „Kommunikativen Handelns“. D.h., dass bereits einfachstes Kommunizieren (Posten, Teilen, Weitersagen) mit anderen Menschen auf Sachverhalte aufmerksam macht und mit Handeln gleichzusetzen ist.

Sina, Henk und Christoph

Kommentare

  1. Wieder eine Punktladung, klasse. Vielen Dank an die Gruppe!

    Hier sind die beiden angesprochenen Texte der Gruppe:
    “Save the Rhinos with Facebook”
    http://www.socialmedialogue.com/save-the-rhinos-with-facebook-co/679/

    “Can Social Media really help?”
    http://www.treehugger.com/corporate-responsibility/can-social-media-really-help-make-difference-environment.html

    Zur Frage der umweltpolitischen Beteiligung im Web möchte ich noch eine Quelle ergänzen:

    Ulrike Wagner et al., 2011: Partizipation im und mit dem Social Web, München.
    http://www.bpb.de/lernen/unterrichten/methodik-didaktik/71418/partizipation-im-social-web

    Hier lesen Sie bitte das dritte und vierte Kapitel (Fallbeispiele und “Kriterien für Partizipationsprojekte”, S. 21 bis 39).

    In meinem Vortrag habe ich gefragt, wie es überhaupt dazu kommt, dass ein Thema (ob gefährdete Rhinozerosse oder die Weltklimapolitik) als umweltpolitisch bedeutsam eingestuft wird, wie wir darauf aufmerksam werden, wie ein Thema auf die politische Agenda gelangt. Und weiter: Wie können wir zum Beispiel Konflikte bei Infrastrukturprojekten (wie Bahnhöfen!) sichtbarer machen und besser aushandeln, wie können wir Beteiligung besser gestalten oder “charismatische Auskenner” identifizieren, das Bewusstsein für die unterschiedlichen Interessen und pluralen Rollen verschiedener Akteure schärfen – und mit dem Kontrollverlust beim “Durchkommunizieren” umgehen?

    Ich glaube, dass wir uns zur Beantwortung dieser Fragen in einer Webgesellschaft nicht allein auf die Massenmedien oder die etablierten Arenen politischer Aushandlung verlassen können. Sehen Sie dazu bitte meinen Eintrag hier:
    http://blog.wi2-tubs.de/?p=5232

    Ja, mir geht es um das “kommunikative Handeln”, wie von der Gruppe angesprochen. Wir sehen in dem Web einen Assoziationsraum für Akteure, die durch kommunikatives Handeln miteinander verbunden sind. Und die durch ihre assoziative Kommunikation über Schlagworte, Hashtags und „Gefällt-mir“-Daumen, in Blogs, Wikis und Foren, auf Facebook oder Twitter soziale Nähe schaffen – und damit eben auch “handeln”. Nach Habermas ist der “Handelnde” sowohl Produkt als auch Schöpfer seiner sozialen Umwelt. In Abgrenzung zum rein instrumentellen Handeln geht es beim sozialen Handeln darum zu “überzeugen” (vgl. Jürgen Habermas: Theorie des kommunikativen Handelns, Frankfurt/M. 1981).

    Im Verlauf der Vorlesung möchten wir diese Sichtweise noch erweitern und auf die gestaltungsorientierte Wirtschaftsinformatik beziehen. Bleiben Sie dran…!

Trackbacks / Pings

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  2. wi²-Blog @ TU Braunschweig 8. Juni 2012 at 10:43
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