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Usability 2.0

  

Gerald Fricke: Usability 2.0. Neue Konventionen im Mitmach-Web? Vortrag, TU Braunschweig, 26.11.2008.

Unsere Kamera hatte gestern Urlaub (“kältefrei”). Deswegen schlägt heute die Stunde für meinen Usability-Vortrag von neulich…

Die Usability-Päpste heißen Jacob Nielsen oder Steve Krug (“Don’t make me think”, 2006). Dann gibt es noch diverse Normen, zur “benutzerorientierten Gestaltung interaktiver Systeme” zum Beispiel oder zur “Software-Ergonomie für Multimedia-Benutzungsschnittstellen”. Na, und so weiter…

Und die provokante, und damit wissenschaftlich interessante Frage? Wäre doch zum Beispiel, ob diese vermaledeiten Regeln nicht einen explorativen, kreativen “Flow” beim Surfen stören – oder ob diese Regeln überhaupt noch zum Web 2.0 passen. Was nützt es mir z. B. wenn ich weiß, dass die Hauptnavigation nicht mehr als fünf Punkte umfassen soll, wenn ich auf eine Website mit Tagcloud aber gänzlich ohne klassische Navigation stoße. Ist das dann wirklich ein “falsches” Webdesign…!?

Und mal grundsätzlich: Was meinen wir denn mit Webseiten, die wir auf ihre Usability überprüfen wollen? Orte, zu denen man gehen kann mit rechteckige Seiten? Im Web 2.0 sind diese Seiten häufig aus Datenströmen aus ganz unterschiedlichen Quellen zusammengesetzt (von den Usern selbst), das wird von Nielsen et allii überhaupt nicht reflektiert.

Also: Unser Forschungsinteresse sehe ich eher in der Frage, in welche Richtung sich neue Konventionen für Tagclouds, Blogrolls, Krümelnavigation und diverse Mitmach-Tools entwickeln könnten. Denn vernünftige Konventionen machen das Leben durchaus angenehmer. Ich möchte mich auch im Web 2.0 darauf verlassen können, dass ein Warenkorb “Warenkorb” heißt – und nicht “schwupps, schon gekauft!”…

Meine Thesen wären also:

  • Im Web 2.0 entwickeln sich neue Konventionen (und zwar: permanent beta)
  • Aber: Das Spannungsverhältnis von Kreativität und Usability bleibt
  • Diesen Widerspruch gilt es immer wieder neu und pragmatisch aufzulösen
  • Und wie? Dazu eignet sich ganz hervorragend das Situierungskonzept…
  • Daraus folgt: Methodenvielfalt auch beim Überprüfen der Usability (Testkonzept, im Testlabor, mit Fragebögen, “Web2.0-Check” etc.)

Also, weiter geht’s…   

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