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Webgesellschaft – Gruppe „Klimawandel im Web“

Mit der Frage „Welt 2.0: Bist du noch zu retten?“ beleuchtete unser Pecha-Kucha-Vortrag Aspekte des Themas „Klimawandel im Web“. Was war die Antwort?

Im Rahmen der Vorlesung Webgesellschaft haben wir uns Aktionen und Reaktionen des Web 2.0 auf die Themen Umweltpolitik und speziell Klimawandel angeschaut und diese in einem Pecha-Kucha-Vortrag vorgestellt. Von der Informationsbeschaffung über Online-Petitionen bis hin zu Greenpeace-Kampagnen gegen Klimasünder haben wir gezeigt, dass viel im Netz passiert.

Aber wir konnten auch belegen, dass das Potenzial der Web-2.0-Technologien nicht so ausgenutzt wird, wie man vielleicht denken könnte. In der Bevölkerungsumfrage „Umweltbewusstsein in Deutschland 2010“ war zu erkennen, dass nicht so viele Menschen das Web nutzen, um sich zu informieren und für den Klimaschutz zu engagieren. So finden zwar 88% der Bürgerinnen und Bürger, dass umweltbewusstes Verhalten zum Klimaschutz beiträgt, aber nur 4% haben sich im Internet aktiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Ziemlich wenig, oder?

Unsere These „Klimaschutz ist langfristig erfolgreicher mit dem Web 2.0, weil man die Menschen persönlicher erreicht und jeder mitmachen kann“ stellten wir schließlich zur Diskussion. Diese Meinung teilten die meisten Seminarteilnehmer. Einig waren wir uns jedoch auch darüber, dass „Clicks“ und „Likes“ allein nicht reichen, es muss auch ein Sinn dahinter stehen. Und über diesen ließ sich trefflich streiten: Ist die erzeugte Aufmerksamkeit genug? Muss mindestens gespendet werden? Oder passiert nichts, wenn man sich nicht an Gleisen festkettet?

Grundsätzlich können wir uns dem Kommentar zur vorherigen Gruppe anschließen, der das „Kommunikative Handeln“ nach Habermas aufgreift. Jeder handelnde Akteur ist ein Gewinn für den Klimaschutz. Allerdings sind wir auch der Meinung, dass ein weitergehendes Handeln Einzelner durch Aktionen und Spenden die Folge der erzeugten Aufmerksamkeit sein sollte und langfristig auch sein muss.

Auch das Thema „Überforderung durch die Fülle von Websites“ wurde diskutiert. Hier stellte sich die Frage, ob kleinere Websites, die global denken und lokal handeln, sinnvoll sind oder eher große Zusammenschlüsse von mehreren Organisationen zu Erfolgen führen. Ob und wie sehr sich die Angebote im Web entwickeln und wahrgenommen werden, wird uns die Zukunft zeigen. In einem Punkt waren sich alle Seminarteilnehmer einig: Es muss etwas passieren.

Malte, Janina, Pia, Christian und Malte

Kommentare

  1. Schöner Beitrag. Sauber auch die gut geplante Präsentation 🙂

    Mir fiel jedoch auf, was ihr am Ende auch anmerkt, dass die Beispielaktivitäten im Web alle für einmalige Aktionen, Protestaufrufe und der Gleichen genutzt werden. Oder täusche ich mich da?

    Viel besser wäre es doch, wenn wir die Potentiale nutzten um unser gemeinsames, langfristiges Umweltbewusstsein zu fördern und kooperativ an Lösungen für die Zukunft arbeiten, und vor allem umsetzen. Aber dabei auch nicht jedes Mal die Welt retten wollen. Vielmehr ergibt sich die Chance aus den vielen Einzelverbindungen Erfahrungswissen aus zu tauschen und neues Wissen zu generieren, für die eigene, persönliche Lösung und den Beitrag für ein besseres Klima.

    Von Alexander Perl am 9. Juni 2012 um 0:43 Uhr
  2. Hallo nochmal,

    ich wollte nochmal einwerfen, dass man ja auch Verknüpfungspunkte zwischen Web und “klassischer Demonstrationskultur” (mir fiel kein besserer Begriff ein) schaffen kann.
    Zum Beispiel durch online Petitionen, bei denen man mit seiner Unterschrift etwas unterstützen und so die Politik dazu bringen kann, sich damit zu beschäftigen.
    Außerdem kann das Web verschiedene Themen soweit an die Oberfläche spülen, dass die Bürger, die nicht so viel im Web unterwegs sind, durch Medienberichte darauf aufmerksam werden und sich anderweitig beteiligen können.
    Das gilt praktisch für beide Gruppen, die sich mit dem “Wie viel sind Likes wert?” Problem beschäftigt haben.

    Ansonsten schöner Vortrag.

    Von Lukas Langenhorst am 11. Juni 2012 um 12:24 Uhr
  3. Vielen Dank für eure Kommentare! Ich stimme dem zu, dass es nicht nur um einmalige Aktionen im Web geht, natürlich kann und sollte man sich auch langfristig miteinander vernetzen. Die ‘Welt retten’ ist das globale Ziel, über das Web kann man leichter gemeinsam einen Weg finden, eben jeder so wie er kann und mag. Auch kleine Schritte helfen.

    Die Online-Petitionen sind auch nochmal ein gutes Stichwort, das Web trägt sicher dazu bei Themen auch in andere Medien zu tragen. Hier steht allerdings auch so ein bisschen die Frage, in wie weit das in verschiedenen Themenbereichen gut gelingt und wie hoch Aufwand und Nutzen im Vergleich zu herkömmlichen Bemühungen sind. Vielleicht erfährt man da ja auch von den anderen Gruppen noch etwas.

    Von Janina Höfer am 12. Juni 2012 um 10:53 Uhr
  4. Klasse Video, vielen Dank an die Gruppe!

    Wir haben darüber diskutiert, wie sich über das Web Aufmerksamkeit wecken lässt, wie sich die verschiedenen Bereiche und Medien für umweltpolitische Kampagnen verknüpfen lassen und wie ein “kommunikatives Handeln” aussehen könnte. Ich möchte aber noch einen wichtige Sichtweise ergänzen: Wir fragen in der Vorlesung danach, wie sich die Geschichte einer kooperativen Webgesellschaft “erzählen” lässt. Die Transformation zur Webgesellschaft mache ich ja unter anderem daran fest, dass die Kollektivakteure mit klaren Interessen herausgefordert werden durch die Individuen in pluralen Rollen, die sich in neu finden und zusammen schließen können, im Web und im Leben…

    Meine Frage bei unseren Themen lautet also zuvörderst: Wie könnte hier die kooperative “Lösung” im Web, durch das Web aussehen…?

    Dazu noch einige Leseempfehlungen aus unserem Blog:

    “Kooperation ist die Einstellung” (Susanne Robra-Bissantz)
    http://blog.wi2-tubs.de/?p=2963

    “Ich dachte mir, ich sag’s mal” (Susanne Robra-Bissantz)
    http://blog.wi2-tubs.de/?p=5079

    Gerald Fricke: Kooperieren oder verlieren?
    http://blog.wi2-tubs.de/?p=4343

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