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Wie würde Google Autos bauen?

Wie würde Google Autos bauen – Hier unser Film auf YouTube

“Google’s mission is to organize the world‘s information and make it universally accessible and useful.”1

Der Google-Weg lässt sich unter anderem so interpretieren: der stetig zunehmenden Diskrepanz zwischen dem wachsenden Informationsbedarf des Menschen einerseits und dem Phänomen des „Information Overflow“ andererseits entgegenzuwirken.

Allgemein lassen sich darüber hinaus, in den vergangenen Jahren drei wichtige Trends beobachten:

  • Wachsende Anzahl und dadurch zunehmende Belastung der Verkehrsteilnehmer
  • Steigende Anforderungen an Umweltverträglichkeit von Verkehrsmitteln
  • Wunsch nach Vernetzung bekannter Medien und Ausbau der Vernetzung allgemein

Kernkompetenzen in folgenden Bereichen könnenGoogle unterstellt werden:

  • Algorithmen
    • Google Suchmaschine
    • Google Chrome (Web-Browser)
  • Reputation
    • Seit Börsengang im August 2004, Steigerung des Aktienwerts um 532%2
    • 93 % der Suchanfragen in Deutschland und 67% weltweit laufen über Google3
  • Vernetzungen
    • Internet
    • Mobiltelefonmarkt (Google Android)
    • Seit vielen Jahren Forschung auf dem Gebiet der Selbst-Fahrer-Mobilität

Warum sollte Google eine Ausdehnung seiner Geschäftsbemühungen auf den Automobilmarkt anstreben? Google besitzt die beschriebenen Kernkompetenzen. Des weiteren befindet sich der Automobilmarkt gerade in einer „Aufbruchphase“, so dass neue Markteilnehmer leichter einen Einstieg in diesen Markt bekommen.

Google ist bekannt für seine leistungsstarken Algorithmen, die sinnvoll die spezifischen Bedarfe jedes Nutzers ergänzen oder sogar vorwegnehmen. Somit zielt Google auf die Verbindung zwischen einem Mehr an Information bei gleichzeitiger Entlastung durch automatisch, vorgeschaltete Filterung, oder Übernahme der Steuerung des Fahrzeugs.

Die Software in einem Google-Fahrzeug würde umgekehrt durch den Benutzer ständig mit Information versorgt und somit „angelernt“ werden, so dass die Algorithmen sich kontinuierlich verbessern und den Nutzer immer effektiver entlasten könnten.

Aufgrund der belegten Fakten würde Google unserer Meinung nach die Mobilität auf dem im Film gezeigten Wege anbieten. Funktionalität, Vernetzung und ökologische Nachhaltigkeit in Symbiose mit Agilität und optisch klarem und ansprechenden Design. Die bereits seit einigen Jahren laufende Entwicklung der Automobilhersteller, das Internet im Fahrzeug verfügbar zu machen, würde nun von Seiten eines Internet-Giganten mit einem innovativen Fahrzeugkonzept vollendet werden. Weitere Konzepte hin zum personalisierten, 24h-Internet über Chip gesteuerte An- und Abmeldung am jeweils verfügbaren Zugangspunkt (Laptop, Smartphone, Auto) wären denkbar auf dem Weg zu einer reellen Web-Gesellschaft.

3 http://news.worldsites-schweiz.ch/marktanteil-suchmaschinen-in-deutschland-google-bei-93.htm
(Stand: 08.07.2011)

Morgan Düren, Oliver Middeke, Dirk Spiegel

Kommentare

  1. Vielen Dank, super Eintrag! Im Google-Auto geht es um Navigation und Unterhaltung, das habt Ihr sehr schön heraus gestellt. Ich denke, Google würde die Nutzer von Anfang an einbeziehen, auch in Fragen des Designs und sogar auch der Produktion. Nicht unbedingt basisdemokratisch, sondern in Form von Debatten und Gesprächen, um damit den “Googlejuice” (Jeff Jarvis) zu produzieren: Wären die Nutzer zum Beispiel bereit, höhere Preise zu akzeptieren, wenn damit schärfere Abgasnormen nicht nur einzuhalten, sondern weit zu unterbieten wären? Was sagt die Forschungsabteilung dazu, was das Marketing?

    Aber würde Google überhaupt eigene Fahrzeuge anbieten? Vermutlich nicht, meine ich. Eher eine Plattform für Hersteller und Kunden für ein “open source car”, auf der sich die Käufer, vernetzt mit den Freunden, ihr indiviuell konfiguriertes Fahrzeug zusammen stellen können: “Give me control of my car and I will own that brand, make that brand, love that brand because its mine, not yours” schreib Jeff Jarvis (What Would Google Do? New York 2009, S. 175) über den Vorteil einer Plattform. Bei einem Googlemobile bräuchten wir irgendwann keinen Auto-Händler mehr – oder nur noch für die Probefahrt. Vielleicht würden die Hersteller auch immer weniger Autos verkaufen müssen, und gleichzeitig “nachhaltigere” Mobilität anbieten können, um auf ihre Kosten zu kommen. Aber wie genau…?

    In der Gegenüberstellung sehen wir also zwei Wege für Geschäftsmodelle im Übergang zur Webgesellschaft, wie die Gruppen in ihren Videos zeigen: Offene Plattform (Google) versus geschlossene, integrierte Wertschöpfung (Apple). Mit offenem Ausgang.

  2. Die Darstellung der Zusammenstellung des eigenen Autos erinnert mich an das Prinzip des Mass Customization (Motto: individuales Produkt zu Standardpreisen), worin der Kunde aus einer gegebenen Auswahl sich sein eigenes Produkt zusammenstellen kann (vgl. z.B. http://www.nikeid.com – hier kann sich jeder seinen individuellen Nike-Schuh zusammenstellen), das wäre sogar wirklicht gut durchsetzbar 🙂
    So wäre es sicherlich auch einfach nachträglich mit geringen Kosten die Einzelteile auszutauschen (z.B. nimmt man dann doch lieber 2 statt 4 Türen), da jede mögliche Auswahl der Einzelteile miteinander vereinbar ist. Wenn man die Idee des MC kennt, ist das echt faszinierend und doch so trivial…Händler fallen hier direkt raus, da man sein Auto in einem Online-Shop konstruiert.

    Von Sevil Polat am 18. Juli 2011 um 16:25 Uhr
  3. Die Darstellung der Zusammenstellung des eigenen Autos erinnert mich an das Prinzip des Mass Customization (Motto: individuelles Produkt zu Standardpreisen), worin der Kunde aus einer gegebenen Auswahl sich sein eigenes Produkt zusammenstellen kann (vgl. z.B. http://www.nikeid.com – hier kann sich jeder seinen individuellen Nike-Schuh zusammenstellen), das wäre sogar wirklicht gut durchsetzbar 🙂
    So wäre es sicherlich auch einfach nachträglich mit geringen Kosten die Einzelteile auszutauschen (z.B. nimmt man dann doch lieber 2 statt 4 Türen), da jede mögliche Auswahl der Einzelteile miteinander vereinbar ist. Wenn man die Idee des MC kennt, ist das echt faszinierend und doch so trivial…Händler fallen hier direkt raus, da man sein Auto in einem Online-Shop konstruiert.

    Von Sevil Polat am 18. Juli 2011 um 16:26 Uhr
  4. Da gibt es ein Problem mit eurem Video, die URL scheint irgendwie falsch zu sein …

    Soweit ich mich erinnere, ging es bei eurem Video darum, dass sowohl die Navigation, als auch die Sensoren am Auto im Vordergrund standen. Das finde ich einen tollen Ansatz, da Google schon immer für Innovation stand. Und mal ebend einfach zu sagen “Fahr mich zum nächsten Chinarestaurant.” und Google übernimmt den Rest, finde ich eine tolle Idee. So ein Auto würde ich mir auch kaufen.

    Aber bis es so weit ist, werden wohl noch ein paar Jährchen vergehen. Obwohl die Technologie dafür ja schon weitestgehend vorhanden ist: Das selbst fahrende Auto von der TU BS, die Spracherkennung und die Informationsbeschaffung der Datenkracke Google, usw.

    Von Florian N. am 19. Juli 2011 um 20:23 Uhr
  5. Okay, jetzt geht das Video, war wohl ein Fehler von meiner Seite.

    Von Florian N. am 19. Juli 2011 um 20:24 Uhr

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